Stadtohr

Stadtrundgang Kaufbeuren · Station 8 von 16

Stadttheater Kaufbeuren

· theater, bürgerkultur, 19. jahrhundert

Ausführlich

Sie stehen vor dem Stadttheater Kaufbeuren. Es liegt am östlichen Rand der Altstadt, im Rosental, und steht unter Denkmalschutz. Das Haus diente früher als Lagerstätte für Salz. Die Geschichte als Theater beginnt mit Bürgern. 1804 gründeten sie die „Dramatische Liebhabergesellschaft“. Am 18. Januar 1805 erwarb diese Gesellschaft im Rosental das ehemalige städtische Gerätehaus und baute es zum Theater aus. Eröffnet wurde es am 26. Dezember 1805 mit dem Schauspiel „Johanna von Montfaucon“ von August von Kotzebue. Der Weg in städtischen Besitz war lang. Als die Gesellschaft in finanzielle Schwierigkeiten geriet, kauften 1832 Christoph Daniel Walch, Christoph Friedrich Heinzelmann und Georg Jakob Wagenseil das Theater. 1847 bot Walch es der Stadt an, aber das scheiterte zunächst am Widerstand des Kreises Schwaben und Neuburg. Erst als 1862 die Grundlage für ein Landestheater Schwaben gelegt wurde, das Bühnen in Kempten, Memmingen, Lindau und Kaufbeuren bespielen sollte, stimmte die Kreisregierung zu. Am 14. Oktober 1862 erwarb die Stadt das Haus, unter der Bedingung, dass es als städtisches Theater erhalten bleibt. 1866 bis 1868 wurde es renoviert und bekam Logen, Galerien und Gasbeleuchtung. 1970/71 kam im Zuge der Erweiterung des Rathauses ein Verbindungstrakt zwischen Theater und Eingangshalle des Rathauses dazu. Damals wurde auch ein Theaterlüster des Herstellers Swarovski installiert, gefertigt aus 20.934 Einzelteilen, 150 Zentimeter im Durchmesser, 82 Kilogramm schwer. Der Zuschauerraum selbst zeigt sich weitgehend im Zustand von 1866/68: ein U-förmiger, recht niedriger Raum mit flacher Decke und zwei Rängen, deren hölzerne Balkonbrüstungen von dünnen Vierkantstützen getragen werden. Das Haus bot 263 Sitz- und zehn Stehplätze. Ab August 2014 war es wegen Renovierungsarbeiten vorübergehend geschlossen, für 1,2 Millionen Euro wurde umgebaut. Die Wiedereröffnung fand am 2. Oktober 2015 mit der Theaterperformance „Ein Tollhaus“ statt. Und dann der Vorhang. Im Stadttheater ist der vermutlich älteste noch benutzte Bühnenvorhang Deutschlands zu finden. Er stammt aus dem Jahr 1805 und wurde vom Münchner Hoftheatermaler Joseph Hungermüller auf drei Querbahnen feingewebter Leinwand in Harzölfarbe gemalt. 1971 wurde er restauriert. Es folgen einige Häuser der Altstadt: das Gasthaus zur Glocke, das Hörmannhaus und das Rathaus.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Stadttheater Kaufbeuren am östlichen Rand der Altstadt, im Rosental. Das Haus diente früher als Lagerstätte für Salz und wurde 1805 als Theater eröffnet. Es besitzt den vermutlich ältesten noch benutzten Bühnenvorhang Deutschlands.

Für Kinder

Hier gehst du ins Theater. Das Haus war früher einmal ein Lager für Salz. 1805 wurde daraus ein Theater, und zur Eröffnung spielte man ein Stück von August von Kotzebue. Im Theater gibt es einen Vorhang aus dem Jahr 1805, von Hand auf Leinwand gemalt. Er ist wahrscheinlich der älteste Bühnenvorhang Deutschlands, der noch benutzt wird. Rechne mal: Wie alt ist er ungefähr? Und noch etwas: 1971 wurde ein riesiger Lüster installiert, gemacht aus 20.934 einzelnen Teilen. Er wiegt 82 Kilogramm.

Quellen

Koordinaten: 47.8804753, 10.623739324 · auf der Karte

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