Stadtohr

Stadtrundgang Kassel · Station 10 von 16

Ottoneum

1603–1606 · theater, naturkundemuseum, landgraf moritz, renaissance

Ausführlich

Sie stehen vor dem Ottoneum am Steinweg, in unmittelbarer Nähe des Friedrichsplatzes, direkt neben dem Staatstheater. Es wurde als erstes feststehendes Theatergebäude Deutschlands errichtet und wird heute als Naturkundemuseum genutzt. Errichtet wurde es unter Landgraf Moritz in der Zeit von 1603 bis 1606 durch den Architekten Wilhelm Vernuken. Der Name geht auf Otto zurück, den Lieblingssohn des Landgrafen. Besonders ist die Form: Die Grundfläche ist ein Trapez. Das gilt als Beleg für das erste massiv ausgeführte Gebäude, das die Bauaufgabe eines neuzeitlichen Theaters zu lösen versucht. Dann wechselte es mehrfach die Aufgabe. Ab 1690 baute der Hofbaumeister Johann Conrad Giesler das Gebäude um, und es diente zur Aufbewahrung der landgräflichen Kunst- und Naturaliensammlung. Einige Jahre später wurde das Kunsthaus dem von Landgraf Karl gegründeten Collegium Carolinum angegliedert, das vorwiegend Naturwissenschaften lehrte. Auch eine Statue stand hier: Das Standbild des Landgrafen Karl war ab 1696 im Ottoneum aufgestellt, bevor es 1768 auf den Karlsplatz kam. Von 1778 bis 1806 war hier das Kadettenkorps der hessen-kasselschen Armee untergebracht. Danach diente das Haus als Steuerstelle, Schwurgericht und Katasteramt. Seit 1884 wird es ausschließlich als Naturkundemuseum genutzt. 1888 kamen naturkundliche Objekte aus dem Museum Fridericianum hierher, weil dort der Platz nicht mehr ausreichte. In der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober 1943 wurde das Gebäude durch Brand- und Sprengbomben stark beschädigt. Viele Exponate, die nicht vorher ausgelagert worden waren, gingen verloren. Die Stadt Kassel baute das Museum wieder auf. In den Jahren 1994 bis 1997 wurde das Gebäude erneut saniert und umgestaltet. Die noch leeren Räume dienten kurz nach der Sanierung als zusätzliche Ausstellungsfläche für die documenta X. Heute finden Sie auf drei Geschossen Dauerausstellungen zum Wandel im Verständnis der Natur im Laufe von Jahrhunderten. Die Exponate stammen zum Teil aus der 400-jährigen Sammlungsgeschichte. Zu den bedeutendsten Stücken gehören das Herbarium Ratzenberger, das als das älteste systematisch zusammengestellte Herbarium Europas gilt, die von Carl Schildbach angelegte, weltweit erste Holzbibliothek und der Goethe-Elefant, eines der ältesten präparierten Großsäugetierskelette in einem deutschen Naturkundemuseum. Dazu kommen Wechselausstellungen und besondere Programme für Kinder.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Ottoneum, dem ersten feststehenden Theatergebäude Deutschlands. Landgraf Moritz ließ es von 1603 bis 1606 errichten, benannt ist es nach seinem Sohn Otto. Heute ist hier das Naturkundemuseum untergebracht.

Für Kinder

Du stehst vor dem ersten festen Theatergebäude in Deutschland. Es heißt Ottoneum, nach Otto, dem Lieblingssohn des Landgrafen, der es bauen ließ. Gebaut wurde es von 1603 bis 1606. Seine Grundfläche ist ein Trapez. Später war hier eine Sammlung, dann eine Schule für Kadetten, und seit 1884 ist es ein Naturkundemuseum. Dort steht der Goethe-Elefant, eines der ältesten Skelette eines Großsäugetiers in einem deutschen Naturkundemuseum. Es gibt auch Programme für Kinder. Welches Tier würdest du dir im Museum zuerst ansehen?

Quellen

Koordinaten: 51.3133, 9.49889 · auf der Karte

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