Sie stehen vor dem Kreuztor. Es ist das Wahrzeichen Ingolstadts und der richtige Ort, um diesen Rundgang zu beenden: hier laufen alle Fäden zusammen. Das Kreuztor wurde 1385 erbaut. Es ist Teil der im Jahr 1363 errichteten zweiten Ingolstädter Stadtmauer. Diese Jahreszahl 1363 sollten Sie sich merken, denn im selben Jahr geschah etwas anderes: Herzog Stephan II. ließ den Hauptarm der Donau, die damals in drei Armen die Gegend durchzog, in den dritten Arm ableiten und an die Stadt heranführen. Eine neue Mauer und ein umgelegter Fluss im gleichen Jahr. So entsteht eine Stadt nicht aus Zufall, sondern aus Entscheidungen. Von den vier Haupttoren der zweiten Mauer ist dieses das einzige noch erhaltene. Die anderen hießen Feldkirchnertor, Hardertor und Donautor. Teile des abgebrochenen Donautors wurden nach dem Krieg an das Portal des Neuen Schlosses angefügt. Und das ursprüngliche Feldkirchner Tor, das ebenfalls zur zweiten Befestigungsphase gehört, existiert noch: es wurde bei einer Erweiterung des Neuen Schlosses in das Burgareal integriert. Drei von vier Toren sind also nicht verschwunden, sondern aufgegangen in anderen Bauten. Das Ziegelmauerwerk dieser mittelalterlichen Torturmanlage ist unverputzt. Damit schließt sich der Kreis zum Anfang: das Liebfrauenmünster ist der einzige große gotische Blankziegelbau nördlich der Donau in Altbayern. Der rote Stein ist das Material dieser Stadt. Ein quadratischer Unterbau mit spitzbogiger Durchfahrt, feldseitig ein Vortor. Darüber ein achteckiger Aufbau mit vier Erkern, abgeschlossen von einem Spitzhelm. Nördlich angefügt steht das ehemalige Pflasterzolleinnehmerhaus, ein zweigeschossiger verputzter Satteldachbau; der Durchbruch darin ist von 1883. Pflasterzoll: wer in die Stadt wollte, zahlte für die Straße, auf der er fuhr. Ein Tor ist nie nur eine Öffnung, es ist eine Kasse. Der Name leitet sich vom ehemaligen Aussätzigenhaus zum Heiligen Kreuz ab, das westlich der Stadt lag, also draußen, vor diesem Tor. 1546 wurde es im Schmalkaldischen Krieg zerstört. Das Tor heißt bis heute nach den Kranken, die man vor die Mauer gesetzt hat. Drehen Sie sich noch einmal um und schauen Sie in die Stadt zurück. 1472 bekam Ingolstadt die erste Universität Bayerns, 1776 gründete sich hier der Illuminatenorden, und für gut vierhundert Jahre war die Stadt bayerische Landesfestung. Von dieser Festung ist fast nichts mehr zu sehen; die Donau wurde ab 1827 im Zuge des Festungsbaues reguliert. Was blieb, ist eine Altstadt, die im Wesentlichen erhalten ist, weil man ihre Häuser immer weiter benutzt hat: als Lazarett, als Speicher, als Bauernhof, als Bücherei, als Museum. Sie haben heute zwei Schlösser gesehen, sechs Kirchen, einen Wachturm, ein Rathaus aus vier Häusern und ein Tor. Und einen Turm, der nie seine Spitze bekam.
Sie stehen vor dem Kreuztor, dem Wahrzeichen Ingolstadts. Es wurde 1385 erbaut und ist Teil der 1363 errichteten zweiten Stadtmauer. Von den ursprünglich vier Haupttoren ist es als einziges erhalten. Sein Name geht auf das Aussätzigenhaus zum Heiligen Kreuz zurück, das westlich der Stadt lag.
Du stehst vor dem Kreuztor, dem Wahrzeichen von Ingolstadt. Gebaut wurde es 1385. Es gehörte zur zweiten Stadtmauer von 1363. Damals konnte man nur durch vier große Tore in die Stadt. Dieses hier ist das letzte, das noch steht. Wer hereinwollte, musste Geld bezahlen. Zähl einmal die Türme und Türmchen am Tor: Es sollen sieben sein. Der Name kommt von einem Haus, das draußen vor der Stadt stand, für Menschen mit einer ansteckenden Krankheit. Es wurde 1546 in einem Krieg zerstört. Welches Haus von heute hat dir am besten gefallen?
Koordinaten: 48.7642, 11.4179 · auf der Karte