Stadtohr

Stadtrundgang Ingolstadt · Station 3 von 16

Gebäudeflügel

· denkmal, priesterseminar, mittelalterliche mauern

Ausführlich

Sie stehen vor dem Haus Johannesstraße 13. Es ist der unscheinbarste Halt dieses Rundgangs, und genau deshalb lohnt er sich. Ein dreigeschossiges Traufhaus mit steilem Satteldach, ein Profanbau, also kein Kirchengebäude. Beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege steht es unter der Nummer D-1-61-000-212. Was Sie hier sehen, ist ein Flügel, kein eigenes Haus. Es handelt sich um den ehemaligen Westflügel des Bartholomäer-Instituts, eines früheren Priesterseminars. Das Hauptgebäude steht nebenan, Johannesstraße 11, und ist unsere nächste Station. Dieser Flügel wurde um 1710 neu gebaut, zusammen mit dem westlich anschließenden sogenannten Tillyhaus. Bei dem Wort neu gebaut bleiben wir einen Moment, denn hier steckt die Pointe. Der Bau von 1710 verwendete mittelalterliche Mauerstrukturen weiter. Man hat nicht abgerissen und auf freiem Grund angefangen, man hat das Vorhandene benutzt und darüber weitergebaut. Das war im alten Ingolstadt die Regel, nicht die Ausnahme, und Sie werden es auf diesem Weg mehrmals hören: das Bartholomäer-Institut daneben entstand auf der Basis von drei mittelalterlichen Vorgängerbauten, und das Alte Rathaus geht im Kern auf das 14. Jahrhundert zurück, obwohl seine Fassade aus dem 19. Jahrhundert stammt. Schauen Sie an der Fassade entlang nach Westen, zum Nachbarhaus. Im 19. Jahrhundert wurde dieser Flügel noch einmal verändert. Was Sie vor sich haben, ist also kein Zustand, sondern eine Summe: mittelalterliche Mauern, ein Umbau um 1710, Änderungen im 19. Jahrhundert. Das Denkmalamt schützt die Summe. Mehr gibt eine Quelle zu diesem Haus nicht her, und mehr sage ich auch nicht. Gehen wir die wenigen Schritte zum Hauptgebäude.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Haus Johannesstraße 13, einem denkmalgeschützten Profanbau. Es ist der ehemalige Westflügel des Bartholomäer-Instituts, eines früheren Priesterseminars. Gebaut wurde es um 1710, zusammen mit dem westlich anschließenden Tillyhaus. Im 19. Jahrhundert wurde es verändert.

Für Kinder

Du stehst vor dem Haus Nummer 13 in der Johannesstraße. Es sieht ganz normal aus. Aber es ist geschützt wie ein Schatz, weil es sehr alt ist. Früher war es der linke Flügel von einem großen Haus, in dem Priester ausgebildet wurden. Gebaut wurde dieser Teil um 1710. Die Bauleute haben damals nicht alles abgerissen. Sie haben alte Mauern aus dem Mittelalter stehen gelassen und einfach weitergebaut. In der Wand vor dir stecken also Steine, die noch viel älter sind als das Haus. Kannst du dir vorstellen, warum man das gemacht hat?

Quellen

Koordinaten: 48.76588, 11.42109 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.