Stadtohr

Stadtrundgang Heilbronn · Station 6 von 16

Jüdisches Zentrum Heilbronn

2005 · synagoge, jüdisches leben, gemeinde, torarolle

Ausführlich

Sie stehen am Jüdischen Zentrum Heilbronn, der Zweigstelle der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs. Es liegt seit 2005 in einem Geschäftsgebäude an der Allee, gegenüber dem Platz der 1938 zerstörten Synagoge. Das Zentrum ersetzt diese Synagoge und ist das neue religiöse und gesellschaftliche Zentrum der Heilbronner Juden. Zur Einrichtung gehören ein mobiler Schrank mit einem Davidstern als Toraschrein, daneben an der Wand ein Ner Tamid, ein blauer, goldbestickter Vorhang und Sitzplätze für 50 Männer. Im selben Raum stehen hinter einer Stellwand Stühle für die weiblichen Gemeindemitglieder. Dazu kommen eine Küche und eine Bibliothek mit Judaica. Die Geschichte nach 1945 ist die einer kleinen Gemeinde. Bis 1980 bestand sie aus sechs Familien. Seit 1990 wuchs sie durch eingewanderte Juden aus der ehemaligen Sowjetunion auf etwa 150 Mitglieder. Im Oktober 2003 feierte man Sukkot an der Freimaurerloge in der Moltkestraße, dem vorläufigen Treffpunkt. Im Dezember 2003 wurde in Heilbronn erstmals seit 1937 Chanukka gefeiert: Rabbiner Shneur Trebnik kam aus Ulm mit einer großen Chanukkia auf einem Autoanhänger, die Lichter wurden auf dem Marktplatz angezündet. Im März 2004 suchte die Gemeinde noch einen Standort. Zuerst fasste man den Platz der zerstörten Synagoge ins Auge, aber die Umbaukosten hätten sich auf eine Viertelmillion Euro belaufen. Im Herbst 2004 feierte man Rosch ha-Schana in den evangelischen Gemeindehäusern der Christuskirche und der Kiliansgemeinde und Jom Kippur im Haus der Kiliansgemeinde, weil der Betsaal noch nicht fertig war. 2005 konnte der neue Betsaal eingerichtet werden, die Stadt gab dazu 20.000 Euro. Am 19. Februar 2006 wurde bei der festlichen Einweihung eine neue Torarolle eingebracht, in Israel angefertigt und eingeflogen. Mitglieder der Gemeinde schrieben die letzten Buchstaben selbst hinein. Seit Anfang 2011 betreut der orthodoxe Rabbiner Yehuda Pushkin die Zweigstelle.

Kurzfassung

Sie stehen am Jüdischen Zentrum Heilbronn an der Allee, gegenüber dem Platz der 1938 zerstörten Synagoge. Es befindet sich seit 2005 in einem Geschäftsgebäude. Das Zentrum ersetzt die Synagoge als religiöses und gesellschaftliches Zentrum der Heilbronner Juden.

Für Kinder

Hier ist das Jüdische Zentrum von Heilbronn. Es liegt an der Allee, gegenüber einem Platz, an dem früher eine große Synagoge stand. Sie wurde 1938 zerstört. Seit 2005 gibt es hier einen Betsaal, also einen Raum, in dem die jüdische Gemeinde betet. Der Toraschrein ist ein Schrank mit einem Davidstern darauf. Die Torarolle von 2006 wurde in Israel gemacht und nach Heilbronn geflogen. Mitglieder der Gemeinde haben die letzten Buchstaben selbst hineingeschrieben. Wie fühlt es sich wohl an, die letzten Buchstaben einer Torarolle zu schreiben?

Quellen

Koordinaten: 49.1403, 9.22119 · auf der Karte

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