Sie stehen an der Allee, dort, wo bis 1938 die Heilbronner Synagoge stand. Wikidata nennt 1938, das ist das Jahr der Zerstörung. Gebaut wurde sie von 1873 bis 1877. Ich nenne Ihnen die ältere Angabe und sage dazu, dass es zwei Daten gibt. Der Stuttgarter Architekt Adolf Wolff errichtete sie aus Heilbronner Sandstein. Sie stand an der damals noch spärlich bebauten Ostseite der südlichen Allee, jenseits der ursprünglichen Stadtgrenzen, und war das dominierende Gebäude dort. Stellen Sie sich einen Bau vor, der wie eine Kirche gedacht war, aber mit orientalischen Formen: eine Doppelturmfassade mit großer Fensterrose, Kuppeln nach indischem oder persischem Vorbild, maurische Elemente, ein Maßwerk wie in der Gotik. Die Synagoge war etwa 35 Meter lang, 21,5 Meter breit und mit der Hauptkuppel rund 38 Meter hoch. Die Kuppel war mit grün schimmerndem Kupfer gedeckt. Über dem Portal stand in goldenen hebräischen Buchstaben ein Wort aus Jesaja: Mein Haus soll ein Bethaus für alle Völker genannt werden. Im Inneren nahmen Säulen, Bögen und Stuck Formen des maurischen Stils der Alhambra auf. 1928 plante die Post neben der Synagoge einen fünfstöckigen Neubau, der die Sicht auf sie verstellt hätte. In Gesprächen erreichte man, dass die Post den Bau um zwei Meter zurücksetzte, auf einen Vorbau verzichtete und die Dächer flach hielt, damit die Synagoge weiter zur Geltung kam. 1933 benannten die neuen Machthaber die Allee in Adolf-Hitler-Allee um. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Synagoge durch Brandstiftung zerstört, Anfang 1940 abgerissen. Fünf Fragmente der Fenster hatte ein Bürger nach dem Brand geborgen. Sie wurden 1988 der Stadtverwaltung für die städtischen Museen übergeben. Sie sind mit Bleiruten eingefasst, leicht lila und gelb getönt und zeigen pflanzliche Motive im Jugendstil. Heute erinnern ein Gedenkstein und eine Skulptur an die Synagoge. Das Jüdische Zentrum, das wir zuvor besucht haben, liegt gegenüber dem Platz.
Sie stehen an der Allee, wo bis 1938 die Heilbronner Synagoge stand. Der Stuttgarter Architekt Adolf Wolff baute sie 1873 bis 1877 aus Heilbronner Sandstein. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde sie durch Brandstiftung zerstört. Ein Gedenkstein und eine Skulptur erinnern an sie.
Hier stand einmal eine große Synagoge. Sie wurde von 1873 bis 1877 aus Heilbronner Sandstein gebaut. Sie war etwa 38 Meter hoch und hatte eine grün schimmernde Kuppel aus Kupfer. Vorne hatte sie zwei Türme und ein großes rundes Fenster. In der Nacht zum 10. November 1938 wurde sie angezündet. Anfang 1940 wurde sie abgerissen. Heute erinnern ein Gedenkstein und eine Skulptur an sie. Warum ist es wohl wichtig, sich an so ein Haus zu erinnern?
Koordinaten: 49.14, 9.22181 · auf der Karte