Stadtohr

Stadtrundgang Hamburg · Station 13 von 16

Hübner-Haus

1909 · kontorhaus, beton, jugendstil, konditorei

Ausführlich

Sie stehen vor dem Hübner-Haus, einem Kontorhaus im Stadtteil Neustadt. Es steht unter Denkmalschutz. 1907 kaufte Georg Hübner junior das Grundstück Poststraße 2 bis 4 und Bei der Stadtwassermühle. Bis 1909 ließ er nach einem Entwurf des Hamburger Architekten Henry Grell das Hübner-Haus bauen. Es hat fünf Vollgeschosse und eine neoklassizistische Fassade und wurde zu wesentlichen Teilen aus Beton gebaut. Es gilt als der erste Betonbau in Hamburg. Die dicht gereihten Stützen und die flachen Erker entsprechen dem fortschrittlichsten Stand der Kontorhausarchitektur der Bauzeit. Schauen Sie in die Eingangshalle. Sie ist aufwendig im Jugendstil der Wiener Secession ausgestattet. Die Wände sind mit Marmor verkleidet, die Türrahmen mit farbigen, teils vergoldeten Mosaik-Fliesen. Über dem Eingang sitzt die Inschrift Hübner-Haus, die Türgriffe sind jeweils ein H. Zwischen den Aufzügen und dem Treppenaufgang steht eine Portierloge aus lackiertem Holz, die aussieht, als käme der Portier gleich zurück. An der Wand hängt ein historisches Telefon, auf dem Schreibtisch liegt eine aufgeschlagene Zeitung aus früherer Zeit. Und das Café? Christian Georg Adolph Hübner, Sohn eines Reeders aus Warnemünde, gründete mit seiner Frau Mathilde ein Unternehmen, das am 8. Juli 1884 ins Handelsregister eingetragen wurde: Konditorei, Café und Marzipanfabrik. Um das Café kümmerte sich vor allem Mathilde Hübner. Es war so exklusiv, dass selbst Damen ohne männliche Begleitung dort Kaffee, Tee oder heiße Schokolade trinken konnten, eine Besonderheit zu damaliger Zeit in Hamburg. Georg Hübner senior erlebte die Fertigstellung des Neubaus nicht mehr, sein Sohn vollendete ihn. Café und Konditorei lagen nun in den unteren beiden Geschossen, in den beiden mittleren saßen Anwälte und Makler, und in den beiden oberen wurde gebacken und Marzipan hergestellt. Die Köstlichkeiten wurden oft ins Rathaus geliefert, das Marzipan sogar exportiert. Der Erste Weltkrieg setzte dem Unternehmen schwer zu: Hochwertige Lebensmittel wurden rationiert. Im Zweiten Weltkrieg besaß das Hübner-Haus die einzige funktionierende Wasserpumpe am Neuen Wall, und viele Menschen kamen nur deshalb. Mit der Währungsreform vom 20. Juni 1948 kam die Deutsche Mark. Schon einen Tag später gab es wieder Torten, Kuchen und Sorbets. 1961 wurde das Café aus persönlichen Gründen geschlossen. Heute ist das Hübner-Haus ein Geschäftshaus mit Verkaufsflächen im Erdgeschoss und Büros und Arztpraxen darüber. In einer Vitrine im Treppenhaus erinnern historische Bilder, Familiengeschichte und weißes Porzellan mit dem Familiennamen an das Café. Die Idee dazu hatte Jörg Hübner, ein Urenkel des Gründers. Er starb 2003 bei einem Unfall, die Vitrine wurde von Angehörigen und Freunden vollendet.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Hübner-Haus im Stadtteil Neustadt, einem Kontorhaus. Es wurde bis 1909 nach einem Entwurf des Architekten Henry Grell gebaut und gilt als der erste Betonbau in Hamburg. Hier führte die Familie Hübner ein Café mit Konditorei. Das Haus steht unter Denkmalschutz.

Für Kinder

Du stehst vor einem Haus, in dem früher Kuchen und Marzipan gebacken wurden. Die Familie Hübner hatte hier ein Café mit Konditorei. Das Marzipan wurde sogar ins Ausland verkauft. Das Besondere am Haus: Es wurde zu großen Teilen aus Beton gebaut, und es gilt als das erste Betonhaus in Hamburg. Die Eingangshalle hat Marmor an den Wänden und bunte Mosaik-Fliesen. Schau mal, ob du die Türgriffe findest: Sie haben die Form eines H. Wofür, glaubst du, steht das H?

Quellen

Koordinaten: 53.552221, 9.991404 · auf der Karte

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