Sie stehen vor dem ehemaligen Umspannwerk am Hallmarkt. Es entstand 1924 für das Stromnetz der Stadt und steht unter Denkmalschutz. In den 1920er Jahren baute Halle ein Netz von Transformatorenstationen und Umspannwerken auf, für die Umstellung von Gleich- auf Wechselstrom und die Dezentralisierung. Knotenpunkt sollte ein Umspannwerk auf dem Marktplatz werden, als Flachbau, geplant schon 1923. Dafür hätte der Siegesbrunnen weichen müssen, und die Entlüftung wäre zu laut gewesen. Es gab erfolgreiche Proteste, und so wählte man den Hallmarkt westlich des Marktes, wo bis dahin nur eine Hangmauer stand. Die Pläne lieferte Stadtbaurat Wilhelm Jost für die Werke der Stadt Halle AG. Das Haus diente zudem als Umformerstation der Straßenbahn. Schauen Sie auf den Bau: ein breitgelagertes Gebäude mit hervorgehobenen Ecken, im Erdgeschoss mit rundbogigen Fenstern, im Obergeschoss mit schlichteren quadratischen und rechteckigen. Vorgelagert ist eine Freitreppe mit eigener Rundbogenfassade, sie bildet einen neuen Aufgang zur Kirche. Das Haus liegt unterhalb der Westfassade der Marktkirche und wirkt wie ein Unterbau, gebaut aus Muschelkalk und Kalksandstein. Es musste den Höhenunterschied zwischen den beiden Marktplätzen überwinden, nahe der Halleschen Marktplatzverwerfung, einer tektonischen Besonderheit, die die Stadt in zwei Teile teilt. Ihr verdankt die Stadt auch ihre Salzquellen. Der Hallmarkt selbst gehörte bis ins letzte Drittel des 19. Jahrhunderts zur Saline der Pfännerschaft, mit vier Salzbrunnen und Siedehütten. Am Gebäude hängen Gedenktafeln, denn auf dem Hallmarkt spielten sich mehrfach wichtige Ereignisse der Stadtgeschichte ab. Eine rote Porphyrtafel erinnert an den 30. Januar 1933, an dem gegen die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler demonstriert wurde. Eine weiße Tafel und eine Tafel mit Fotos erinnern an die Niederschlagung des Aufstands vom 17. Juni 1953. Als man die Funktionen des Umspannwerks durch Neubauten ersetzt hatte, stand es lange leer. 2007 gab es eine Kunstausstellung in der Trafohalle, 2009 verkauften es die Stadtwerke. Nach der Sanierung 2010 und 2011 öffnete im November 2011 ein Supermarkt. Im Obergeschoss lagen ursprünglich die Wohnungen der Arbeiter. Der dreibogige Durchgang zur Kirche wurde mit Glasfassaden verschlossen, dort sind heute ein Restaurant und ein Friseur.
Sie stehen vor dem ehemaligen Umspannwerk am Hallmarkt, das 1924 errichtet wurde. Es war Knotenpunkt des halleschen Stromnetzes und zugleich Umformerstation der Straßenbahn. Seit November 2011 ist hier ein Supermarkt untergebracht. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.
Hier siehst du ein Gebäude, in dem früher der Strom für die Stadt verteilt wurde. Es entstand 1924. Eigentlich sollte es mitten auf dem Marktplatz stehen. Aber dafür hätte der Siegesbrunnen weichen müssen, und die Lüftung wäre zu laut gewesen. Die Leute protestierten, und so kam das Haus an den Hallmarkt. Früher standen hier Siedehütten, in denen Salz gewonnen wurde. Heute ist ein Supermarkt im Haus. Eine breite Treppe führt zur Kirche hinauf. Wie viele Stufen zählst du?
Koordinaten: 51.482355, 11.967428 · auf der Karte