Stadtohr

Stadtrundgang Halle (Saale) · Station 16 von 16

Stadtbibliothek Halle (Saale)

· bibliothek, jugendstil, stadtgeschichte

Ausführlich

Hier endet unser Rundgang, am Hallmarkt, in der Gegend, in der einst die Salzwirker der Gertrudenkirche lebten. Sie stehen vor der Stadtbibliothek. Am 14. November 1874 eröffnete der Verein für Volkswohl eine Volksbücherei im Rathaus der Stadt. 1892 konnte sie eigene Räume in der Rathausstraße beziehen. 1904 fand die Grundsteinlegung für eine Lesehalle statt, und am 4. Juni 1905 wurde sie am Hallmarkt feierlich übergeben, im neu erbauten Haus Salzgrafenstraße 2. Eigentümer war der Verein, bis das Gebäude 1921 in die Trägerschaft der Stadt überging. Schauen Sie auf die Fassade. Das Haus ist ein fünfgeschossiger Putzbau mit sieben schmalen, segmentbogig vorschwingenden Fensterachsen zwischen kräftigen Wandvorlagen, entworfen von Theodor Lehmann und Gustav Wolff. Seine stark vertikal betonte Fassade ist ein qualitätsvolles Beispiel der späten Jugendstilarchitektur in Halle. In den Anfangsjahren waren die dritte und vierte Etage an den Hausmeister und einen Kunstmaler vermietet. Außer der Lesehalle und der Volksbibliothek befanden sich im Haus eine Kaffeehalle und die Arbeitsnachweisstelle, später das Arbeitsamt. Heute hat die Stadtbibliothek das gesamte Gebäude. 1934 kam hier eine Musikbücherei hinzu. Von 1954 bis 1991 war die Bibliothek Stadt- und Bezirksbibliothek, 1977 gehörten zu ihrem Netz die Hauptbibliothek, 13 Zweigbibliotheken, eine Fahrbibliothek und zahlreiche Ausleihstellen. Seit dem 23. Januar 2012 gibt es einen Erweiterungsbau. Das Angebot reicht von Büchern über Tonie-Boxen und Konsolenspiele bis zu Musikinstrumenten. Zwei Orte in Halle brauchen eigene Zeit: die Franckeschen Stiftungen, die August Hermann Francke 1698 gründete, und das Landesmuseum für Vorgeschichte mit der Himmelsscheibe von Nebra, die zum UNESCO-Weltdokumentenerbe zählt. Auch das Händel-Geburtshaus liegt in der Stadt. Dass hier so viele alte Bauten stehen, hat einen Grund: Halle ist die einzige deutsche Großstadt mit über 200.000 Einwohnern, die im Zweiten Weltkrieg nicht großflächig zerstört wurde.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Stadtbibliothek am Hallmarkt, Salzgrafenstraße 2. Das Haus wurde 1904 und 1905 als Lesehalle gebaut und am 4. Juni 1905 übergeben. Es ist ein denkmalgeschütztes Beispiel später Jugendstilarchitektur. Heute nutzt die Stadtbibliothek das gesamte Gebäude.

Für Kinder

Das ist die letzte Station, eine Bibliothek am Hallmarkt. Schon am 14. November 1874 gab es in Halle eine Volksbücherei, damals im Rathaus. Seit 1905 hat die Bibliothek ein eigenes Haus am Hallmarkt. Heute kannst du dort nicht nur Bücher ausleihen. Es gibt auch Spiele, Tonie-Boxen und sogar Musikinstrumente. Auf dem Hallmarkt standen früher Siedehütten, in denen Salz gewonnen wurde. Welches Instrument würdest du ausleihen?

Quellen

Koordinaten: 51.48182, 11.96671 · auf der Karte

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