Stadtohr

Stadtrundgang Gotha · Station 15 von 16

Herzogliches Museum Gotha

1879 · museum, neorenaissance, kunstsammlung, gothaer liebespaar

Ausführlich

Sie stehen vor dem Herzoglichen Museum Gotha am Schlosspark, südlich gegenüber von Schloss Friedenstein. Es ist ein Museumsgebäude im Stil der Neorenaissance. Das Anwachsen der Herzoglichen Sammlungen auf dem Schloss gab den Anlass: Bibliothek, Münzkabinett, Naturalienkabinett, Kunstkabinett, Gemäldegalerie und Kupferstichsammlung. 1863 beauftragte Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha den Neubau, mit Zustimmung des Landtags und unter der Bedingung, dass die Sammlungen der Öffentlichkeit zugänglich sind, sonntags bei freiem Eintritt. 1864 wurde der Wiener Architekt Franz von Neumann der Ältere mit den Planungen betraut. Im Juni 1864 begannen die Bauarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Herzoglichen Küchengartens. Man rechnete mit etwa 120.000 Talern. 1867 musste das Budget auf 200.000 Taler aufgestockt werden, 1870 zeichneten sich Kosten von 400.000 Talern ab. Im November 1870 wurden die Bauarbeiten eingestellt, vier Jahre lang. Im Mai 1875 ging es weiter. Als Anfang 1878 die Kalkulation für den Innenausbau erneut überschritten wurde, entzog man Neumann die Oberbauleitung. Am 17. April 1879, 15 Jahre nach Baubeginn, wurde das Haus eröffnet. Schauen Sie auf die Fassade. Das Vorbild für ihre Gestaltung war sicherlich Versailles. Das Mauerwerk besteht zum größten Teil aus Seeberger Sandstein. Eine Glaskuppel und der Haupteingang betonen den mittleren Teil, zwei sitzende Löwen an der Freitreppe empfangen den Besucher. Auf den Ecken der Attika stehen Figurengruppen, die Kunst und Wissenschaft symbolisieren. Im Inneren steht unter der Glaskuppel eine lebensgroße Bronzeskulptur Ernsts II. in der Kleidung eines Ritters vom Hosenbandorden, geschaffen 1882 von Christian Behrens. Südlich des Museums legte man ab 1869 den Tannengarten an, mit rund 170 Nadelgehölzen von über vierzig verschiedenen Sorten, als Fortsetzung der naturkundlichen Sammlung. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog das Naturkundemuseum ein, 2010 wurde das Haus geschlossen. Nach einer Sanierung für neun Millionen Euro öffnete es am 19. Oktober 2013 wieder, mit 3000 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Zu den Schätzen zählen eine ägyptische Sammlung, die als eine der frühesten auf dem Kontinent gilt, Antiken, Porzellan aus Meißen und Asien, eine beachtliche Houdon-Sammlung, zahlreiche Werke Lucas Cranachs und das Gothaer Liebespaar.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Herzoglichen Museum, südlich gegenüber von Schloss Friedenstein. Das Gebäude im Stil der Neorenaissance wurde nach fünfzehn Jahren Bauzeit am 17. April 1879 eröffnet. Seit der Wiedereröffnung 2013 zeigt es die Kunstsammlung der Herzöge, darunter das Gothaer Liebespaar von 1480.

Für Kinder

Dieses Museum wurde für die Sammlungen der Herzöge gebaut, die auf dem Schloss nicht mehr Platz hatten. Für den Bau gab es eine Bedingung: Sonntags sollte der Eintritt frei sein. Es dauerte 15 Jahre, auch weil das Geld knapp wurde und die Arbeiten vier Jahre ruhten. Am 17. April 1879 wurde es eröffnet. Drinnen gibt es ägyptische Kunst, Antiken und Gemälde. Das berühmteste Bild ist das Gothaer Liebespaar von 1480. An der Freitreppe sitzen zwei steinerne Löwen. Wie viele Löwen siehst du?

Quellen

Koordinaten: 50.94354, 10.70572 · auf der Karte

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