Stadtohr

Stadtrundgang Gotha · Station 2 von 16

Ekhof-Theater Gotha

1681–1683 · barocktheater, bühnenmaschinerie, hoftheater, conrad ekhof

Ausführlich

Sie stehen am Ekhof-Theater im Westturm von Schloss Friedenstein. Es zählt zu den ältesten Barocktheatern mit einer funktionstüchtigen Bühnenmaschinerie aus dem 17. Jahrhundert, und diese Maschinerie wird bis heute von Hand bedient. Eingebaut wurde das Theater unter Herzog Friedrich I. in mehreren Bauphasen von 1681 bis 1683 in den ehemaligen Ballsaal. Anfangs standen vor allem Angehörige der herzoglichen Familie und höhere Beamte auf der Bühne. Das Spiel hatte pädagogische Ziele: Die Sprösslinge sollten lernen, sich vor Publikum frei und souverän zu bewegen. Ab 1775, unter Herzog Ernst II., wurde das Theater als eines der ersten deutschen Hoftheater von einem eigenen, festen Ensemble bespielt. Die Schauspieler waren bei Hof angestellt und erhielten ein festes Gehalt. Es gab sogar eine Pensionskasse, für die damalige Zeit völlig unüblich. Von 1775 bis 1778 leitete Conrad Ekhof die Truppe und führte das Haus zu seiner höchsten Blüte. Gespielt wurde von Shakespeare über Molière und Voltaire bis Lessing. Erstmals konnte nun auch das zahlende Bürgertum die Aufführungen besuchen, vorher war das Theater Mitgliedern des Hofes vorbehalten. Nun zur Technik. Die Kulissenbühne hat eine Schnellverwandlungsmaschinerie, die der Italiener Giacomo Torelli 1641 erfunden hatte. Ab 1681 wurde sie hier verwendet. Auf beiden Seiten befinden sich sechs Gassen mit je drei Kulissenwagen unter der Bühne. Die Bühnenbilder fahren durch Schlitze im Boden herein und hinaus, bewegt von Seilen über drei Wellbäume. So sind Szenenwechsel mit bis zu drei Bildern bei offenem Vorhang möglich. Für eine Verwandlung braucht man neun bis zwölf Personen. Im Bühnenboden gibt es zwei intakte Versenkungen, in denen Personen und Requisiten verschwinden und wieder auftauchen konnten. Das Flugwerk, das Personen über die Bühne schweben ließ, ist nicht mehr erhalten. Die rekonstruierte Wind- und Donnermaschine kommt bis heute zum Einsatz. Im 19. Jahrhundert kam die intensive Benutzung der Bühne allmählich zum Erliegen, 1837 bis 1840 wurde das Neue Theater gebaut. Heute gibt es im Sommer das Ekhof-Festival, mit Opern und Schauspielen des 17. und 18. Jahrhunderts in möglichst originalgetreuer Ausstattung. Der Zuschauerraum hat nur 165 Sitzplätze.

Kurzfassung

Sie stehen am Ekhof-Theater im Westturm von Schloss Friedenstein. Es zählt zu den ältesten Barocktheatern mit einer funktionstüchtigen Bühnenmaschinerie aus dem 17. Jahrhundert. Sie wird bis heute von Hand bedient. Das Theater wurde von 1681 bis 1683 in den ehemaligen Ballsaal eingebaut.

Für Kinder

Im Schloss gibt es ein richtiges Theater aus der Barockzeit. Es wurde von 1681 bis 1683 in einen Ballsaal eingebaut. Das Besondere ist die Bühne. Unter dem Bühnenboden bewegen Menschen mit Seilen Wagen mit Kulissen, alles von Hand. Für einen Szenenwechsel braucht man neun bis zwölf Personen. Es gibt auch eine Windmaschine und eine Donnermaschine, die heute noch benutzt werden. Und früher konnten Schauspieler in einer Versenkung im Boden verschwinden. Wie würdest du auf einer Bühne Donner machen?

Quellen

Koordinaten: 50.9450035, 10.7042192 · auf der Karte

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