Sie stehen vor der Heilig-Kreuz-Kirche. Sie war der erste katholische Kirchenneubau in Görlitz nach der Reformation und steht in unmittelbarer Nähe der Synagoge und des Stadtparks. Warum brauchte die Stadt eine katholische Kirche? Die östliche Oberlausitz war zu großen Teilen protestantisch. Seit 1835 aber kamen zahlreiche Menschen aus dem katholisch geprägten Schlesien, und so entstand eine neue katholische Gemeinde. Schon 1829 hatte der Pfarrer aus Jauernick in der Krischelgasse die erste heilige Messe seit der Reformation gefeiert. Am 27. August 1850 wurde der Grundstein gelegt, am 27. April 1853 fand die Weihe statt. Entworfen hatte die Kirche der Schinkelschüler August Soller. Eine Quelle merkt an: Exakt 328 Jahre zuvor, also 1525, beschlossen die drei Erzpriester von Görlitz, Reichenbach und Seidenberg die Einführung der Reformation. Schauen Sie auf die Mauern. Die Kirche wurde dem Rundbogenstil der Romanik angenähert. Sie besitzt Fialen an den Ecken des Daches, die für die Romanik untypisch sind. Die Mauern bestehen aus Bruchstein, aus Königshainer Granit vom Limasberg. Der gleiche Granit wurde für den Bau des nahen Neißeviaduktes genutzt. Für den Hochaltar nahm man Schlesischen Sandstein. Der Turm ist vom Boden bis zur Spitze siebenunddreißig Meter hoch. 1893 wurde wegen der großen Zahl von Gemeindemitgliedern eine Vorhalle angebaut. Und eine Besonderheit: Die Kirche ist nicht, wie sonst üblich, geostet. Der Kirchturm steht im Norden statt im Westen, der Chor im Süden statt im Osten. Die Kirche erinnert auch an einen Menschen. Von 1921 bis 1924 war Alfons Maria Wachsmann als Kaplan hier tätig, den die Nationalsozialisten später hinrichteten. Seit 2017 erinnert ein vor der Kirche verlegter Stolperstein an ihn. Zwischen 1992 und 1995 wurde die Kirche von Grund auf saniert, im Mai 1995 wurde der Altar geweiht. 2001 weihte man die Marienkapelle. Sie ist eine Nachbildung der Schwarzen Madonna von Częstochowa und ein Geschenk der polnischen Katholiken im Pfarrgebiet. 2018 wurde der Innenraum saniert und der Altarraum vom Architekten Thomas Woskowski und dem Künstler Helge Warme neu gestaltet. Der Sockel des Altarraums trägt ein Bibelwort in binärer Form. In der Nähe wartet die nächste Station, die Synagoge.
Sie stehen vor der Heilig-Kreuz-Kirche. Sie war der erste katholische Kirchenneubau in Görlitz nach der Reformation. Der Grundstein wurde am 27. August 1850 gelegt, geweiht wurde sie am 27. April 1853.
Du stehst vor der Heilig-Kreuz-Kirche. Sie ist eine katholische Kirche, und sie war die erste, die in Görlitz nach der Reformation neu gebaut wurde. Das war 1853. Viele Menschen aus Schlesien waren damals nach Görlitz gezogen, und sie brauchten ein Gotteshaus. Die Mauern sind aus Granit, der Turm ist siebenunddreißig Meter hoch. Weißt du, wo bei den meisten Kirchen der Turm steht? Im Westen. Hier steht er im Norden, das ist ungewöhnlich. In der Marienkapelle steht eine Schwarze Madonna, ein Geschenk polnischer Katholiken.
Koordinaten: 51.153011, 14.992159 · auf der Karte