Sie stehen an der Pankratiuskapelle, einer Notkirche. Der Kirchenarchitekt Otto Bartning plante sie, 1949 wurde sie errichtet. Am 6. Dezember 1944 zerstörte ein Bombenangriff die Stadtkirche vollständig. Der Turm brannte aus. Aus den Trümmern baute man eine Notkirche für die evangelischen Matthäus- und Markusgemeinden, die ihr Gotteshaus verloren hatten. Sie entstand rund 80 Meter westlich des Turms, auf dem Pfarrgarten der Matthäusgemeinde. Über den Abstand zur Straße gab es Streit: Das Stadtbauamt forderte zehn Meter hinter die Straßenflucht, Bartning wollte allenfalls drei, genehmigt wurden fünf. Viele verstanden den Bau als Provisorium, bis die alte Kirche wieder aufgebaut würde. Bartning selbst dachte bei dem missverständlichen Begriff Notkirchen nicht an behelfsmäßige Bauten, sondern an solide Bauten, die aus der Not der Zeiten entstanden. Der Bau war eine Stiftung des Weltrats der Kirchen. Eine Spende der Evangelical and Reformed Church of St. Louis von 10.000 Dollar machte ihn möglich. Vermittelt hatte sie Marlene Mertens, geborene Stein, die in den 1930er Jahren in die USA ausgewandert war. Insgesamt entstanden mit ausländischer Hilfe 43 Notkirchen in ganz Deutschland. Holzkonstruktion, Türen und Fenster wurden serienmäßig hergestellt und aus dem Ausland gespendet. Fundament und Mauerwerk errichtete die Gemeinde selbst, nach dem Motto Hilfe zur Selbsthilfe. Schauen Sie auf die Mauern. Das Bruchsteinmauerwerk stammt zum großen Teil aus der zerstörten Stadtkirche, ebenso die Steine im Fundament. Durch Steine aus allen Vorgängerkirchen sollte die Kontinuität zum Ausdruck kommen. Innen trägt ein hölzernes Tragwerk das Dach, im Altarbereich erweckt das sternförmig zulaufende Gebälk den Eindruck eines gotischen Sterngewölbes. Die Kirche ist 25 Meter lang, 11,50 Meter breit und bietet etwa 500 Besuchern Platz. Den Namen Pankratius wählte man, um an die Geschichte der alten Stadtkirche anzuknüpfen. Der letzte Gottesdienst in den Trümmern der alten Kirche war am 1. Oktober 1949, am 2. Oktober fand die Einweihung statt. Eine Quelle über die Stadtkirche nennt den 1. November 1949. Ich nenne den früheren Termin und sage dazu, dass es zwei gibt.
Sie stehen an der Pankratiuskapelle, einer Notkirche, die 1949 nach Plänen des Kirchenarchitekten Otto Bartning errichtet wurde. Für den Bau verwendete man Trümmer der 1944 zerstörten Stadtkirche. Deren Turm steht unweit und dient als Glockenturm. Die Kapelle ist hessisches Kulturdenkmal.
Du stehst vor einer Notkirche. Im Krieg wurde die große Stadtkirche zerstört. Aus ihren Trümmern baute man diese kleinere Kirche. Der Architekt hieß Otto Bartning. Das Geld kam aus dem Ausland, unter anderem von einer Kirche in St. Louis in den USA. Die Holzteile kamen fertig, die Gemeinde mauerte selbst. Insgesamt entstanden in Deutschland 43 solcher Notkirchen. Schau dir die Mauern an: Ein großer Teil der Steine stammt aus der alten Stadtkirche. Warum hat man sie wohl wiederverwendet?
Koordinaten: 50.587134, 8.673168 · auf der Karte