Stadtohr

Stadtrundgang Gießen · Station 8 von 16

Neues Schloss

· schloss, fachwerk, renaissance, universität

Ausführlich

Sie stehen am Neuen Schloss am Brandplatz, im Stadtkern von Gießen. Im Osten grenzt das Zeughaus an, erbaut 1586 bis 1590, wenige Meter südwestlich liegen der Botanische Garten und das Alte Schloss. Landgraf Philipp der Großmütige ließ das Schloss von 1533 bis 1539 bauen. Gegen 1535 ließ er auch die Stadt befestigen, und im selben Jahrzehnt entstand der Alte Friedhof. 1527 hatte Philipp die Reformation eingeführt, und die Stadt wechselte zum evangelischen Bekenntnis. Am 27. Mai 1560 vernichtete ein Großbrand den nördlichen Teil der Stadt um das Walltor. Bei der Teilung der Landgrafschaft 1567 kam Gießen zu Hessen-Marburg, 1604 zu Hessen-Darmstadt. Schauen Sie auf die Mauern. Der Bau ist in Naturstein-Fachwerk-Mischbauweise errichtet. Architektonisch steht er zwischen dem gotischen Palas-Saalbau und dem Renaissance-Schloss. Mit Maßen von 34,5 mal 12 mal 19,5 Metern ist er schon wegen seiner Größe eines der bedeutendsten Fachwerkgebäude Hessens. Nach 1650 beherbergte das Haus die Universitätskanzlei und ein Gericht. Die Universität selbst war durch ein Privileg Kaiser Rudolfs II. vom 19. Mai 1607 möglich geworden, als Gegenstück zur Universität in Marburg. 1605 hatte Landgraf Ludwig V. das Gymnasium Ludovicianum als Lateinschule gegründet. Zwei Jahre nach der Universitätsgründung eröffnete der Botanische Garten. 1634/35 dezimierte eine schwere Pestepidemie die Bevölkerung der Stadt. Von 1899 bis 1907 wurde das Schloss aufwendig restauriert. Im Zweiten Weltkrieg blieb es wie durch ein Wunder unbeschädigt, während das Zeughaus direkt daneben und das Alte Schloss zerstört wurden. Von 1946 bis 1963 waren in seinen Räumen und in Baracken auf dem Hof das Polytechnikum Gießen, später die Staatliche Ingenieurschule untergebracht. Seit 1965 hat hier das Institut für Geographie der Justus-Liebig-Universität seinen Standort.

Kurzfassung

Sie stehen am Neuen Schloss am Brandplatz, im Stadtkern von Gießen. Landgraf Philipp der Großmütige ließ es von 1533 bis 1539 bauen. Es ist eines der bedeutendsten Fachwerkgebäude Hessens und blieb im Zweiten Weltkrieg unbeschädigt. Seit 1965 sitzt hier das Institut für Geographie der Universität.

Für Kinder

Du stehst vor dem Neuen Schloss. Es ist fast 500 Jahre alt: Landgraf Philipp der Großmütige ließ es von 1533 bis 1539 bauen. Es ist aus Naturstein und Fachwerk gebaut. Schau dir die Wände an: Wo siehst du Stein, wo Fachwerk? Es ist eines der bedeutendsten Fachwerkgebäude Hessens. Im Zweiten Weltkrieg wurden das Zeughaus nebenan und das Alte Schloss zerstört. Das Neue Schloss blieb wie durch ein Wunder heil. Heute arbeiten dort Geographen der Universität.

Quellen

Koordinaten: 50.5877795, 8.6776084 · auf der Karte

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