Sie stehen vor der Trauerhalle des Neuen Jüdischen Friedhofs, Erlanger Straße 99. Sie ist ein geschütztes Baudenkmal und wurde 1901/02 errichtet, nach Plänen von Adam Egerer, einem renommierten Fürther Architekten. Den Stil kann ich Ihnen nur mit Vorbehalt nennen: Eine Quelle über die Trauerhalle spricht vom Neoklassizismus, eine Quelle über den Friedhof vom Neorenaissance-Stil. Die Angaben gehen auseinander. Beschreiben kann ich, was beide zeigen. Schauen Sie auf die Fassade. Es ist ein erdgeschossiger, traufseitiger Sandsteinbau mit Satteldach und einem Mittelrisalit mit Blendportikus. Eine Freitreppe führt zu drei Portalen. Im Innenraum fällt das Tageslicht durch eine Buntglasdecke. Bei der Renovierung entdeckte man in der Vorhalle unter alten Farbschichten Architekturmalerei. Für ihr Engagement bei dieser vorbildlichen Renovierung erhielt Gisela Naomi Blume 2011 die Denkmalschutzmedaille des Freistaates Bayern. Die Geschichte dieses Hauses hat dunkle Kapitel. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Trauerhalle stark beschädigt, nach 1945 wurde sie mehrmals erneuert. Seit Juli 1997 sind in dem Gebäude auf Steintafeln die Namen von 890 Fürther Juden angebracht, die in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, bevor Sie weitergehen. Die Trauerhalle gehört zum Neuen Jüdischen Friedhof, der angelegt wurde, weil die Kapazität des Alten Friedhofs nicht mehr ausreichte. Davon mehr an der letzten Station.
Sie stehen vor der Trauerhalle des Neuen Jüdischen Friedhofs, Erlanger Straße 99. Sie wurde 1901/02 nach Plänen des Architekten Adam Egerer errichtet und ist ein geschütztes Baudenkmal. In ihrem Inneren sind die Namen von 890 ermordeten Fürther Juden angebracht.
Das ist die Trauerhalle des Neuen Jüdischen Friedhofs. Sie wurde 1901 und 1902 gebaut, vom Architekten Adam Egerer. Sie ist aus Sandstein, und eine Treppe führt zu drei Türen. Innen fällt Licht durch eine Decke aus buntem Glas. In der Halle sind die Namen von 890 Menschen aufgeschrieben. Es waren Juden aus Fürth, die in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden. Warum, glaubst du, schreibt man ihre Namen auf?
Koordinaten: 49.487383988, 10.993823424 · auf der Karte