Stadtohr

Stadtrundgang Freising · Station 1 von 16

Freisinger Dom

1159 · dom, romanik, rokoko, bischofssitz

Ausführlich

Willkommen in Freising. Wir beginnen oben auf dem Domberg, denn hier saßen die Bischöfe, die der Stadt ihre Bedeutung gaben. Freising war Herzogssitz im ersten bairischen Stammesherzogtum, dann frühmittelalterlicher Bischofssitz und später Zentrum des Hochstifts Freising. Mit dem Aufstieg Münchens und der Säkularisation verlor die Stadt an Bedeutung. Sie stehen vor dem Dom St. Maria und St. Korbinian. Von außen ist er schlicht: fünf Schiffe, achtundsiebzig Meter Länge, eine Doppelturmfassade. Schauen Sie zu den Türmen hinauf. Sie sind aus Backstein und teilweise aus Tuff gebaut und sechsundfünfzig Meter hoch. Es ist der dritte Dom an dieser Stelle. Um 715 stand auf dem Domberg die erste Marienkirche, 739 wurde sie von Bonifatius als Bischofskirche begründet. Dann kam der 5. April 1159, ein Palmsonntag. Ein verheerender Brand zerstörte die alte Kirche. Noch im selben Jahr begann der Neubau, teilweise mit alten Bauteilen, und 1205 wurde er geweiht. Gehen Sie in die Vorhalle und schauen Sie auf das romanische Hauptportal. Zwei Figuren stehen darauf. Die linke Figur wurde traditionell mit Kaiser Friedrich Barbarossa und mit dem Freisinger Bischof Otto von Freising, seinem Onkel, gleichgesetzt. Die rechte nennt eine barocke Inschrift Beatrix von Burgund, die Frau des Kaisers. Zeitgenössische Belege dafür, dass Barbarossa den Wiederaufbau mitgetragen hat, gibt es nicht. Unter der rechten Figur ist eine Kröte zu sehen. Man deutete sie seit dem 19. Jahrhundert gern als Fruchtbarkeitssymbol. Im Mittelalter aber war die Kröte ein negatives Zeichen. Wahrscheinlich zeigten die Figuren ursprünglich König Salomo und die Königin von Saba. Erst später bezog man sie durch geschickt hinzugefügte Inschriften auf Barbarossa und Beatrix. Im Inneren führt der Blick zum Hochaltar von 1625. Sein Bild, Das apokalyptische Weib, malte Peter Paul Rubens. Das Original hängt heute in der Münchner Pinakothek, hier sehen Sie eine Kopie. Unten rechts im Bild erkennt man den Freisinger Domberg. Den reichgeschmückten Raum schufen um 1724 die Brüder Cosmas Damian und Egid Quirin Asam, in nicht ganz eineinhalb Jahren. Von 1946 bis 1951 studierte Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., auf dem Domberg Theologie. Im Dom wurde er zusammen mit seinem Bruder Georg zum Priester geweiht. Bis 1803 war dieser Bau Kathedrale des Bistums Freising. Heute ist er Konkathedrale des Erzbistums München und Freising, und hier finden die Priesterweihen statt. Gleich östlich des Doms liegt die Benediktuskirche.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Freisinger Dom St. Maria und St. Korbinian auf dem Domberg. Der heutige Bau ist der dritte an dieser Stelle. Er wurde 1159 nach einem verheerenden Brand begonnen und 1205 geweiht. Bis 1803 war er die Kathedrale des Bistums Freising.

Für Kinder

Du stehst vor dem Freisinger Dom. Er steht oben auf einem Berg, dem Domberg. Eine Kirche gab es hier schon um das Jahr 715. Der Dom, den du siehst, ist der dritte. Die Menschen begannen ihn 1159 zu bauen, weil die alte Kirche an einem Palmsonntag abgebrannt war. Drinnen hängt ein Altarbild von Peter Paul Rubens. Es ist wie ein Sturm aus Farben. Heute ist es eine Kopie, das Original hängt in München. Wenn du hineingehst: Findest du unten rechts im Bild den Domberg?

Quellen

Koordinaten: 48.39892653, 11.746495305 · auf der Karte

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