Stadtohr

Stadtrundgang Freiberg · Station 4 von 16

Silbermannhaus

1601 · orgelbau, silbermann, museum, barock

Ausführlich

Sie stehen vor dem Silbermannhaus, das auch Reiterhaus heißt, am Schloßplatz 6. Es ist ein denkmalgeschütztes, ortsbildprägendes Gebäude: dreigeschossig, mit hohem Walmdach, charakteristischen Dachhechten und einem Segmentbogenportal. Gebaut wurde es 1601 von Martin Weigelt. Kurz darauf diente es als Sitz eines Regiments. Dann kam der Orgelbauer. 1711 bot der Freiberger Rat dem damals noch unbekannten Gottfried Silbermann das Gebäude als Wohn- und Arbeitsstätte an, bei freier Kost und Logis, anlässlich des Neubaus der Orgel im Dom. Ab 1716 mietete Silbermann das Haus und wirkte hier bis zu seinem Tod. Danach bestand die Werkstatt noch weitere siebzig Jahre. Silbermann nutzte das erste Stockwerk, im Erdgeschoss befand sich bis ins 19. Jahrhundert eine Wache. 1830 wurde das Haus baulich stark verändert, erhalten blieben nur die Wandmalereien und ein Schlussstein von 1601. Ab 1862 wechselte der Verwendungszweck laufend: erst Eichamt, dann Domschule, zuletzt Zigarrenfabrik, danach vor allem Wohnhaus. Um die Jahrtausendwende wurde das Haus erneut umfangreich saniert und für eine Bank umgebaut. 1999 bezog die Gottfried-Silbermann-Gesellschaft Geschäftsräume im Haus. 2017 wurde das vermauerte Hauptportal wieder geöffnet und das Erdgeschoss für die neue Tourist-Information umgebaut. Heute zeigt ein kleines Orgelmuseum mit Schauwerkstatt das Leben und Wirken Silbermanns. Die Ausstellung hat drei Räume. Im ersten steht ein kleines spielbares Orgelmodell, an dem man die besondere Tretart historischer Keilbälge ausprobieren kann. Im Gangbereich davor steht die Kopie eines Silbermann-Spinetts. Im dritten Raum zeigt eine Videoinstallation die Orte und die Beschreibung der einzelnen Orgeln Silbermanns. Dort kann man an einer virtuellen Einrichtung eingespielte Orgelwerke unterschiedlich registrieren und die Klangwirkungen erleben. Silbermanns Orgeln begegnen Ihnen auf diesem Weg noch: in der Petrikirche und in der Jakobikirche.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Silbermannhaus, auch Reiterhaus genannt, am Schloßplatz 6. Es wurde 1601 von Martin Weigelt erbaut. Ab 1716 mietete der Orgelbauer Gottfried Silbermann das Haus und wirkte hier bis zu seinem Tod. Heute sind hier die Tourist-Information und ein kleines Orgelmuseum.

Für Kinder

In diesem Haus hat ein berühmter Orgelbauer gearbeitet: Gottfried Silbermann. Der Rat der Stadt bot ihm das Haus 1711 an, damals war er noch unbekannt. Er sollte eine neue Orgel für den Dom bauen. Ab 1716 mietete er das Haus. Im Erdgeschoss saß damals eine Wache. Heute kannst du im Haus ein kleines Orgelmodell spielen. Du darfst sogar ausprobieren, wie man früher mit den Füßen die Luft in die Orgel getreten hat. Hast du schon einmal eine Orgel gehört?

Quellen

Koordinaten: 50.919756, 13.341037 · auf der Karte

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