Sie stehen vor der Annenkapelle, einer spätgotischen Hallenkirche. Sie gehört zur Evangelisch-Lutherischen Domgemeinde und ist mit dem Kreuzgang des Freiberger Doms verbunden. Man findet sie am Endpunkt dieses Kreuzgangs, gegenüber dem Westbau des Doms. Geweiht wurde sie 1514. Einst benutzten sie die Mitglieder des Domstifts. Danach diente sie als Lapidarium, vor allem für Teile des Lettners aus dem Dom. Eine Vorhalle im Osten wurde 1861 abgebrochen. Gebaut ist die Kapelle als zweischiffige Hallenkirche aus Bruchstein, mit steilem Dach und Maßwerkfenstern. Wenn Sie hineingehen, schauen Sie nach oben. Zwei schlanke, gekehlte Achteckpfeiler tragen ein prachtvolles Rippengewölbe in „gewundener Reihung“. Diese Gewölbeform erinnert an die obersächsische und böhmische Spätgotik, die im Wladislawsaal der Prager Burg ihren Höhepunkt findet. Hier zeigt sich, was spätgotische Baumeister konnten: nahezu beliebige Grundrisse durch Gewölbeformen zu Raumkunstwerken zu machen. Einige Stücke der Ausstattung stammen aus anderen Orten. Das Hauptstück ist ein großer hölzerner Epitaphaltar von Johann Heinrich Böhme dem Älteren mit der Jahreszahl 1674. Er kommt aus der Stadtkirche in Hainichen. In der Mitte zeigt er die Verklärung Christi, darunter das Abendmahl, darüber die Opferung Isaaks. Die Taufe aus Sandstein wurde 1604 gestiftet und stammt aus der Kapelle von Schloss Sachsenburg in Frankenberg. Auf bemalten Reliefs zeigt sie den Durchzug durchs Rote Meer. Das bedeutendste Stück der Ausstattung ist die sogenannte Monhauptsche Madonna. Sie steht auf einer steinernen Konsole mit der Jahreszahl 1513, wird Franz Maidburg zugeschrieben und folgt im Typus den Madonnen Tilman Riemenschneiders. Ein Putzritzbild aus dem zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts, das die Gottesmutter zeigt, war längere Zeit hier untergebracht und ist heute im Schlossbergmuseum Chemnitz ausgestellt. Die Orgel stammt von 2015, ein Werk der Firma Winterhalter mit 15 Registern auf zwei Manualen und Pedal. Sie ersetzt ein Werk der Firma Jehmlich von 1960. Auch das Gebäude selbst brauchte viel Pflege: Von 2003 bis 2021 wurden Kapelle und angrenzende Kreuzgangflügel von der Kirchengemeinde mit Unterstützung der Stadt und weiterer Förderer statisch ertüchtigt und restauriert.
Sie stehen vor der Annenkapelle, einer spätgotischen Hallenkirche. Sie wurde 1514 geweiht und ist mit dem Kreuzgang des Freiberger Doms verbunden. Einst benutzten sie die Mitglieder des Domstifts. Im Innern spannt sich ein Rippengewölbe in „gewundener Reihung“.
Das ist die Annenkapelle. Sie ist durch den langen Gang, den Kreuzgang, mit dem Dom verbunden. Früher beteten hier die Mitglieder des Domstifts. Später lagerten in der Kapelle Bauteile aus dem Dom. Wenn du hineingehst, schau nach oben. Zwei schlanke Pfeiler tragen die Decke, und ihre Rippen laufen in einem besonderen Muster. „Gewundene Reihung“ nennt man das. Das wichtigste Stück in der Kapelle ist eine Madonna, auf ihrem Sockel steht die Jahreszahl 1513. Die Kapelle wurde von 2003 bis 2021 saniert. Rechne nach: Wie viele Jahre waren das?
Koordinaten: 50.920055555, 13.342972222 · auf der Karte