Stadtohr

Stadtrundgang Frankfurt (Oder) · Station 16 von 16

Heilig-Kreuz-Kirche

· kirche, katholisch, neugotik, gemeindegeschichte

Ausführlich

Hier endet unser Rundgang. Sie stehen vor der römisch-katholischen Heilig-Kreuz-Kirche, westlich des Lennéparks. Sie erzählt von einer Gemeinde, die lange arm war. Nach der Reformation gab es in der Stadt erst am Ende des 18. Jahrhunderts wieder eine katholische Gemeinde. Am 15. August 1776 erlaubte König Friedrich II., das ehemalige Ballhaus in der Grapengießergasse zu kaufen und für Gottesdienste und eine Schule herzurichten. Der Kauf kam erst am 5. Januar 1784 zustande, für 3.000 Taler. Die Gemeinde war so arm, dass sie zunächst nur 100 Taler anzahlen konnte. Am 17. Juli 1786 wurde das umgebaute Haus eingeweiht. 1789 trat Pater Renatus Tietz sein Amt an. Er fand schuldenbelastete, leere Kirchenwände vor. Die Mitgliederzahl wuchs von 800 im Jahr 1776 auf 4.560 in der Stadt und 1.686 in der Umgebung im Jahr 1905. Die Kirche in der Grapengießer Gasse war für 3.000 Gemeindemitglieder zu klein geworden. Die Baupolizei und der Magistrat lehnten den Neubau zuerst ab, mit vorgeschobenen Gründen: Er würde den umliegenden Häusern Licht und Luft nehmen, und der hohe Turm bringe bei Blitzschlag erhöhte Brandgefahr. Erst nach einer Beschwerde beim preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten in Berlin wurde die Bauerlaubnis am 21. September 1896 erteilt. Der Bau nach Plänen des Architekten Engelbert Seibertz begann im März oder April 1897. Die Einsegnung war am 3. Mai 1897, die Grundsteinlegung am Tag darauf. Der Bau kostete 193.456 Mark, dazu kamen 48.000 Mark für den Innenausbau, und das trotz ständiger Geldknappheit. Das alte Kirchengebäude verkaufte man für 110.000 Mark. Am 5. Mai 1898 feierte man Richtfest, am 3. Mai 1899 war die Kirchweihe. Die Kirche war das erste öffentliche Gebäude Frankfurts, das vollständig mit elektrischem Licht ausgestattet war. Es gab fünf Altäre und 27 Kreuze. Schauen Sie über das Hauptportal. Dort befindet sich ein Glasmosaik der Rosenkranzkönigin. In den Chören zeigen 15 Fenster die 15 Rosenkranzgeheimnisse. Die Stadt Frankfurt stiftete die Turmuhr. Zum Schluss ein Hinweis auf einen Ort, der eigene Zeit braucht: Auf dem anderen Ufer der Oder liegt Słubice, die polnische Nachbarstadt. Sie entstand 1945 aus dem Frankfurter Stadtteil Dammvorstadt.

Kurzfassung

Sie stehen vor der römisch-katholischen Heilig-Kreuz-Kirche, westlich des Lennéparks. Sie wurde nach Plänen von Engelbert Seibertz gebaut, die Kirchweihe war am 3. Mai 1899. Sie war das erste öffentliche Gebäude der Stadt mit vollständig elektrischer Beleuchtung. Hier endet unser Rundgang.

Für Kinder

Das ist die letzte Station. Die Heilig-Kreuz-Kirche ist katholisch. 1897 wurde mit dem Bau begonnen, 1899 wurde sie geweiht. Damals war sie das erste öffentliche Gebäude der Stadt mit elektrischem Licht. Schon 1865 sammelten Schülerinnen der katholischen Mädchenschule mit einem Brief an Mitschülerinnen in Schlesien, Westfalen und im Rheinland Geld für das Marienstift, ein Haus unter anderem für Waisenkinder. Die Stadt schenkte der Kirche die Turmuhr. Schau nach oben. Findest du sie? Was hat dir auf unserem Rundgang am besten gefallen?

Quellen

Koordinaten: 52.3434, 14.5468 · auf der Karte

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