Stadtohr

Stadtrundgang Frankfurt (Oder) · Station 7 von 16

Friedensglocke

1952 · glocke, frieden, ddr, grenze

Ausführlich

Sie stehen an der Friedensglocke an der Oderpromenade. Sie ist ein Baudenkmal für die Unterzeichnung des Vertrages über die Oder-Neiße-Grenze, in Folge des Görlitzer Abkommens. Die Glocke ist aus Eisenhartguss, wiegt drei Tonnen und klingt im Ton Cis. Auf ihr steht: Friede und Freundschaft mit allen Völkern. Gegossen wurde sie in der Glockengießerei Schilling und Lattermann in Morgenröthe im Vogtland. Gestiftet wurde sie 1952 auf Anregung von Georg Dertinger von der CDU der DDR, im Blick auf den Parteitag in Berlin vom 16. bis 18. Oktober. Deshalb braucht man bis heute die Erlaubnis der Frankfurter Kreisgruppe der CDU, wenn die Glocke zu besonderen Anlässen geläutet werden soll. Ihr Weg nach Frankfurt war nicht kurz. Am 11. Oktober 1952 wurde sie nach Berlin transportiert, an einem Stahlträger-Glockenstuhl aufgehängt und bis zur Weihe verhüllt. Die Weihe fand am 15. Oktober um 17 Uhr auf dem Platz vor dem Bahnhof Friedrichstraße statt, mit Besuchern des Parteitags und der Bevölkerung. Am 27. Januar 1953 wurde sie in Frankfurt aufgestellt, aus Anlass der Unterzeichnung des Oder-Neiße-Grenzvertrags. Der Präsident des Friedensrats der DDR, Walter Friedrich, übergab sie der Öffentlichkeit. Bis 2011 hing sie in einem Glockenhaus am Holzmarkt, nahe der Oder. Es war ein gemauerter, verputzter Turm mit flachem Zeltdach, nach allen vier Seiten durch hohe Rundbögen geöffnet. Er stand auf einem Gelände, das seit der Enttrümmerung nach dem Krieg unbebaut war, und war vom Rathaus aus zu sehen. Eine Sandsteintafel nannte die Glocke ein Symbol des Friedens und der Freundschaft zwischen dem polnischen und dem deutschen Volk. 2002 wurde beschlossen, die Glocke ans südliche Ende des Holzmarktes zu versetzen. Am 2. Februar 2011 holte man sie aus dem Glockenhaus und sanierte sie. Sanierung und neuer Glockenstuhl kosteten rund 250.000 Euro. Am 30. August 2011 wurde der Glockenstuhl an der Oderpromenade eingeweiht. Seither wird die Glocke von einem Gestell aus poliertem Edelstahl umrahmt und gehalten. Eine Steinplatte mit Widmung vom alten Glockenhaus ist daneben angebracht. Und noch ein Wort zum Fluss, an dem Sie stehen: Seit dem Beginn der Aufzeichnungen 1910 wurde der höchste Pegelstand der Oder beim Hochwasser 1997 gemessen, mit 657 Zentimetern.

Kurzfassung

Sie stehen an der Friedensglocke an der Oderpromenade. Die drei Tonnen schwere Eisenhartgussglocke wurde 1952 gestiftet und 1953 in Frankfurt aufgestellt. Sie erinnert an den Vertrag über die Oder-Neiße-Grenze. Traditionell läutet sie am 1. September, zum Weltfriedenstag.

Für Kinder

Vor dir hängt eine Glocke, die drei Tonnen wiegt. Sie ist aus Eisen gegossen. Auf ihr steht: Friede und Freundschaft mit allen Völkern. Sie erinnert an einen Vertrag über die Grenze zwischen Deutschland und Polen. 1952 wurde sie gestiftet, im Januar 1953 stand sie in Frankfurt. Bis 2011 hing sie in einem gemauerten Turm, seitdem hält sie ein Gestell aus glänzendem Edelstahl. Jedes Jahr am 1. September, dem Weltfriedenstag, wird sie traditionell geläutet. Welchen Satz würdest du auf eine Friedensglocke schreiben?

Quellen

Koordinaten: 52.3452, 14.5574 · auf der Karte

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