Willkommen in Flensburg. Die Stadt liegt am inneren Ende der Flensburger Förde, an der deutsch-dänischen Grenze, und ist die nördlichste kreisfreie Stadt Deutschlands. Bundesweit bekannt wurde sie durch die Punkte in Flensburg, durch einen Handballverein und durch ihr Bier. Mit dem Bier beginnen wir. Sie stehen vor der Flensburger Brauerei, umgangssprachlich Flens. Gegründet haben sie am 6. September 1888 fünf Flensburger Kaufleute, mit einem Kapital von 600.000 Mark. Die Grenze, an der die Stadt liegt, war für diese Brauerei keine Nebensache. Nach der Volksabstimmung in Schleswig verlor der Betrieb 1920 knapp die Hälfte seines Absatzgebiets im nordschleswigschen Hinterland. Dazu kam die Enteignung von Grundstücken mit zusammen 53.000 Quadratmetern am neuen Verschiebebahnhof in Weiche. 1927 wurde eine feindliche Übernahme durch die Hamburger Bavaria-Brauerei abgewendet, doch nach dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 1929 stand die Brauerei Anfang der 1930er Jahre kurz vor der Insolvenz. Dann tritt ein Mann auf, den eine Quelle die bedeutendste und prägendste Persönlichkeit der Firmengeschichte nennt: Emil Petersen, Kaufmann und schwedischer Konsul. 1932 zog er in den Aufsichtsrat ein, ein Jahr später in den Vorstand. 1937 wandelte er das hochverschuldete Unternehmen in eine Kommanditgesellschaft um, und so überstand die Brauerei die größten Krisenjahre. Der Zweite Weltkrieg ging an ihr relativ unbeschadet vorbei, bis auf die Rohstoffe. Wegen Gerstenmangels musste die Stammwürze auf zwei bis drei Prozent abgesenkt werden, und die Kunden bekamen das sogenannte Molkebier. Als ab 1939 Arbeiter zum Kriegsdienst eingezogen wurden, ersetzte die Brauerei sie unter anderem durch Zwangsarbeiter. Am 5. November 1945 erlaubten die britischen Besatzer den Braubetrieb wieder. Bis 1949 musste sich die Bevölkerung mit dem leichten Molkebier begnügen, vollwertiges Lagerbier blieb den Alliierten vorbehalten. Wenn Sie später eine Flasche sehen, achten Sie auf den Verschluss. Die Brauerei setzte auf Steinieflaschen mit Lochmundverschluss, heute als Bügelverschluss bekannt, verpackt in 24er Holzkisten. Petersen hielt daran fest, sein Nachfolger Hans Dethleffsen ebenfalls, und in den 1980er Jahren war der Bügelverschluss nahezu unverwechselbar mit der Marke verknüpft. In derselben Zeit kam ein Comic dazu. Anfang der 1980er Jahre stieß die Figur Werner des Zeichners Rötger Feldmann, genannt Brösel, bevorzugt mit Flens an. Die Unternehmensführung war anfangs skeptisch, gewann dadurch aber eine junge Zielgruppe, und das Pilsener wurde in ganz Deutschland bekannt. Der nächste Halt ist älter als jedes Bier: ein Kloster.
Sie stehen vor der Flensburger Brauerei, umgangssprachlich Flens genannt. Fünf Flensburger Kaufleute gründeten sie am 6. September 1888 mit einem Kapital von 600.000 Mark. Heute ist sie eine Privat- und Großbrauerei, die sich weitgehend in Familienbesitz befindet. Hier beginnt unser Rundgang.
Du stehst vor einer Brauerei. Hier wird Bier gebraut, das die Leute Flens nennen. Fünf Kaufleute haben sie 1888 gegründet. Früher fuhren Bierkutscher das Bier aus, und die Pferde hatten einen großen Stall, der mit Mosaiken verziert war. 1953 gingen die letzten Pferde in den Ruhestand, danach übernahmen Lastwagen. Im Krieg fehlte Gerste, und es gab ein dünnes Getränk, das Molkebier hieß. Hast du schon einmal eine Flasche mit Bügelverschluss gesehen?
Koordinaten: 54.779055555, 9.435722222 · auf der Karte