Sie stehen vor dem Salemer Pfleghof, einem geschützten Kulturdenkmal am nordwestlichen Rand der staufischen Kernstadt. Pfleghöfe wurden häufig von Klöstern errichtet, hier vom Kloster Salem. Sie dienten der Verwaltung von Gütern und als Herberge für reisende Mönche. Die Stadtmauer bildet die nördliche und östliche Außenmauer des Anwesens. Wie alt ist der Hof? Das lässt sich nicht genau sagen. Schauen Sie auf den ältesten Teil, den quadratischen spätromanischen Turm an der Südwestecke. Eine senkrechte Baunaht trennt ihn von der frühgotischen Südfassade. Markus Numberger datiert den Turm aufgrund der Mauerungstechnik auf um 1200. Die Südfassade entstand nach seiner Ansicht um 1300. Walter Bernhardt widerspricht. Er hält den Turm für einen Herrschaftssitz, der deutlich vor 1200 existierte, vielleicht des Herzogs Liutolf, und um 1200 zu einer Pfalz der Staufer umgebaut worden sei. Hier steht Aussage gegen Aussage, und ich entscheide es nicht. Sicher belegt ist: Am 13. Februar 1229 bestätigte eine Urkunde mit dem Stadtsiegel den Verkauf von Äckern und Weingärten an das Kloster Salem im Salemer Hof. 1508 bis 1515 ließen zwei Äbte zwei Geschosse aufsetzen und einen Erker anbauen. Auf ihm ist die Jahreszahl 1509 eingemeißelt. Darunter sehen Sie vier Wappenschilde. 1682 verkaufte Salem den Pfleghof an Württemberg. 1688 wurde hier der Oberbefehlshaber des französischen Heeres einquartiert. Bis 1803 war der Hof Getreidemagazin, dann Gefängnis. Ab 1866 wurden hier Todesurteile mit dem Fallbeil vollstreckt. Das Gefängnis bestand bis 1966. 1977 übernahm die katholische Stadtgemeinde St. Paul den Hof und baute ihn von 1979 bis 1982 zum Gemeindezentrum um. 1982 erhielt er eine der bundesweit ersten Pilotanlagen zur Abwasserwärmenutzung, die kurz darauf eingestellt und 2014 mit einer Elektro-Wärmepumpe reaktiviert wurde. Seit 1999 zeigt das J. F. Schreiber-Museum im Obergeschoss die Geschichte des Schreiber-Verlags und seine Arbeit mit Papier.
Sie stehen vor dem Salemer Pfleghof, einem geschützten Kulturdenkmal am Rand der staufischen Kernstadt. Das Kloster Salem verwaltete von hier seine Güter. Erstmals genannt wird er 1229 im Besitz des Klosters. Das genaue Alter ist nicht bekannt.
Du stehst vor dem Salemer Pfleghof. Ein Kloster, das Kloster Salem, hat hier früher seine Güter verwaltet. Reisende Mönche konnten hier übernachten. Die Stadtmauer bildet zwei Seiten des Hofs. Aus Stein ist ein alter Turm, vielleicht um 1200 gebaut. Wie alt der Hof genau ist, weiß niemand sicher, Forscher sind sich nicht einig. Später war hier ein Getreidelager und dann ein Gefängnis. Heute ist ein Gemeindezentrum darin. Und oben ein Museum für Papier. Was würdest du aus Papier bauen?
Koordinaten: 48.7436, 9.30606 · auf der Karte