Sie stehen in der Gegend, in der bis 1955 ein Friedhof lag. Der Friedhof am Kettwiger Tor befand sich südlich der ehemaligen Stadtmauer, etwa an der Freiheit, östlich vom Europaplatz, südlich vor dem Hauptbahnhof. Die Aufträge für die Anlage wurden am 13. Februar 1827 vergeben, für rund 690 Taler. Es war der erste kommunale Friedhof Essens außerhalb der Stadtmauer. Die alten Friedhöfe waren voll, deshalb wurden hier beide Konfessionen bestattet. Die erste Beisetzung war die des evangelischen Pfarrers Friedrich Laar 1827. Auf seinem Grabstein stand: Ich bin einer der Ersten, werde aber nicht der Letzte sein. Hier lagen die Industriellenfamilien Krupp und Waldthausen, Bürgermeister, und der Großindustrielle Friedrich Grillo. Seinen Namen trägt ein Theater, das wir noch besuchen. Wilhelmine von Halferns, die Älteste, starb 1869 im Alter von 103 Jahren. Ab 1887, mit dem Tod Alfred Krupps, wurde der parkähnliche Privatfriedhof der Krupps angegliedert, durch Mauer und Tor getrennt. Dort lagen Alfred Krupp und seine Frau Bertha sowie Friedrich Alfred Krupp und seine Frau Margarethe. Teile davon überdeckt heute das Parkhaus an der Südseite des Hauptbahnhofs. Warum liegt hier heute kein Friedhof mehr? Essen war seit dem Spätmittelalter eine Waffenschmiede und stieg mit der Industrialisierung zu einem der wichtigsten Zentren der Montanindustrie auf, mit eigener Kuxbörse. Hohe Zuwanderung von Arbeitern für Bergbau und Stahlindustrie ließ die Innenstadt rasch wachsen. Schon in den 1910er Jahren musste der nördliche Teil des Friedhofs für den Bahnhofsvorplatz aufgegeben werden. 1955 gab man den Friedhof ganz auf, wegen des Neubaus des Ruhrschnellweg-Tunnels, der heutigen Bundesautobahn 40. Ab November 1954 wurden die Gräber umgebettet. Die der Familien Krupp und Waldthausen kamen auf den Friedhof Bredeney, rund 150 weitere auf den Ostfriedhof. Weil die städtischen Unterlagen im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen waren, fragte die Stadt die Angehörigen nach Unterlagen.
Sie stehen in der Gegend, in der von 1827 bis 1955 der Friedhof am Kettwiger Tor lag, südlich vor dem Hauptbahnhof. Hier lagen bedeutende Essener, darunter die Familien Krupp und Waldthausen. Wegen des Autobahntunnels der A40 wurde der Friedhof 1955 aufgegeben.
Du stehst dort, wo einmal ein großer Friedhof lag. Er war von 1827 bis 1955 in Betrieb. Hier lagen Bürgermeister, Unternehmer und die Familie Krupp. Dann sollte ein Tunnel für die heutige Autobahn 40 gebaut werden. Die Gräber wurden umgebettet, die der Familie Krupp auf den Friedhof Bredeney. Auf dem ersten Grabstein, dem eines Pfarrers, stand: Ich bin einer der Ersten, werde aber nicht der Letzte sein. Was meinst du, was der Pfarrer damit sagen wollte?
Koordinaten: 51.4501, 7.01333 · auf der Karte