Stadtohr

Stadtrundgang Erfurt · Station 1 von 16

Erfurter Dom

1154 · dom, mittelalter, glocke, bistum

Ausführlich

Willkommen in Erfurt. Wir fangen oben an, auf dem Domberg, und wir fangen früh an. Erfurt erscheint 742 erstmals in einer Urkunde. Bonifatius bat damals Papst Zacharias, die Gründung eines Bistums zu bestätigen, an dem Ort, der Erphesfurt genannt wurde und schon lange eine Siedlung oder Burg war. Erfurt war also keine Gründung, sondern ein bereits volkreicher Platz. Das Bistum hielt nur kurz. Spätestens nach 754 wurde es aufgelöst und Mainz eingegliedert. Erfurt blieb Kirchenort ohne Bischof, über das ganze Mittelalter hinweg Sitz des Kollegiatstifts St. Marien. Erst 1994 ist der Dom wieder Kathedrale. Nun zum Bau. St. Marien ist 1117 erstmals urkundlich bezeugt. 1153 wird vom Einsturz der Erfurter Hauptkirche berichtet, 1154 begann der Bau einer spätromanischen Basilika. Ob der alte Bau wirklich eingestürzt war, ist nicht gesichert. Wahrscheinlicher ist etwas anderes: die benachbarte Severikirche und das Peterskloster waren nach dem Brand von 1142 neu errichtet worden, und die Domherren wollten hinter den Nachbarn nicht zurückstehen. Es war ein Wettbewerb auf einem Hügel. Die Finanzierung kam von unten. 1154 deckten die Bauarbeiter zwei Bestattungen auf, die man als Überreste der heiligen Bischöfe Adolar und Eoban identifizierte. Danach setzten Spenden und Opfergaben ein. 1170 war die Kirche benutzbar; in diesem Jahr wurde Ludwig III., der Sohn des Landgrafen Ludwig des Eisernen, hier von Kaiser Friedrich Barbarossa zum Ritter geschlagen. Eine Weihe ist für den 20. Juni 1182 überliefert, eine weitere für den 5. Oktober 1253. Schauen Sie die Türme hinauf. Der Südturm war 1201 fertig, der Nordturm 1237. Der Mittelturm kam vor 1307 dazu, und er ist das Glockenhaus. Dort hängt die Gloriosa, erstmals geweiht 1251, mehrmals neu gegossen, letzter Guss 1497. Und nun nach unten. Der gotische Hohe Chor steht nicht einfach auf dem Hügel, der Hügel wurde für ihn erst gebaut. Bis 1329 mussten gewaltige Substruktionen den Domberg nach Osten erweitern. Man nennt sie Kavaten, von lateinisch cavare, aushöhlen. Im Mittelalter und in der Neuzeit standen Häuser darin, im 19. Jahrhundert wurden sie beseitigt. Mit den Kavaten entstand die Unterkirche, 1353 geweiht, Andachtsraum und Prozessionsweg zugleich. Der Stein kommt vom Großen Seeberg bei Gotha. Ein Satz noch zum Jahr 1184. Während eines Hoftages des Königs und späteren Kaisers Heinrich VI. brachen Teile der Dompropstei zusammen. Etwa sechzig Anwesende starben, die meisten, weil sie durch zwei Stockwerke in die Toilettengrube darunter fielen. Erfurt nennt das bis heute den Latrinensturz. Gleich daneben steht die zweite Kirche. Dorthin gehen wir als Nächstes.

Kurzfassung

Sie stehen auf dem Domplatz vor dem Erfurter Dom, der Hohen Domkirche St. Marien. Mit dem heutigen Bau wurde 1154 begonnen. Er ist 81,26 Meter hoch. Im Mittelturm hängt die Gloriosa, die größte freischwingende mittelalterliche Glocke der Welt. Seit 1994 ist der Dom Kathedrale des Bistums Erfurt.

Für Kinder

Du stehst vor dem Erfurter Dom. Er ist über 81 Meter hoch und der älteste Kirchenbau der Stadt. Angefangen hat man mit diesem Bau im Jahr 1154. Schau nach oben zum Turm in der Mitte. Dort hängt eine Glocke mit einem Namen: Gloriosa. Sie ist die größte mittelalterliche Glocke der Welt, die noch frei schwingen kann. Und jetzt eine Frage: Wie haben die Leute so ein riesiges Haus bezahlt? Beim Bauen fanden die Arbeiter zwei Gräber. Man glaubte, darin lägen zwei heilige Bischöfe. Danach brachten viele Menschen Geld und Geschenke.

Quellen

Koordinaten: 50.975869, 11.023414 · auf der Karte

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