Sie stehen vor dem Lutherhaus, und hier schließt sich der Kreis dieses Rundgangs. Zuerst das Haus, denn es ist älter als alles, was wir heute gesehen haben außer der Burg. Bei der Restaurierung von 2013 bis 2015 wurde das Haus bauhistorisch untersucht. Die dendrochronologischen Untersuchungen, also die Altersbestimmung über die Jahresringe des Bauholzes, ergaben: Der kleinere Vorgängerbau geht auf das Jahr 1269 zurück. 1356 wurde das südliche Wirtschaftsgebäude erheblich erweitert, und damit hatte das Haus seine heutige Kubatur. Nun der Schüler. Martin Luther wurde 1483 in Eisleben geboren und kam 1498 nach Eisenach, in die Heimatstadt seiner Mutter. Trotzdem musste er etwas zum Lebensunterhalt dazuverdienen und zog, damals für Schüler nicht unüblich, als Kurrendesänger von Haus zu Haus. Nach Luthers erstem Biographen Johann Mathesius gefiel der Gesang des Schülers einer andächtigen Matrone so gut, dass sie ihn in ihr Haus aufnahm. Diese Frau war Ursula Cotta, verheiratet mit dem Ratsherrn Conrad Cotta und Tochter von Heinrich Schalbe, einem der einflussreichsten Eisenacher seiner Zeit. Weil die Cottas mehrere Häuser besaßen, zu denen das heutige Lutherhaus zählte, ist es sehr wahrscheinlich, dass Luther hier zeitweilig Unterhalt und Herberge fand. Neben dem Unterricht an der Pfarrschule St. Georg prägte ihn der Kreis um Heinrich Schalbe, das Collegium schalbense. Im Frühjahr 1501 verließ er Eisenach, um in Erfurt zu studieren. Zwanzig Jahre später kam er wieder, unter anderen Umständen: Am 4. Mai 1521 wurde er bei der Burg Altenstein angehalten und auf die Wartburg gebracht, wo wir heute begonnen haben. Dort nannte er sich Junker Jörg, nach Georg, dem Stadtheiligen von Eisenach, dessen Figur Sie auf dem Marktbrunnen gesehen haben. Zurück zum Haus, denn seine späteren Besitzer verbinden diesen Rundgang. Anfang der 1560er Jahre erwarb der Eisenacher Renaissancebaumeister Hans Leonhard das damals als Brauhof genutzte Gebäude; von ihm stammt die Georgsfigur auf dem Marktbrunnen von 1549. Neuere Forschungen halten es für möglich, dass das Renaissanceportal zwar aus seiner Hand stammt, ursprünglich aber zur angrenzenden kurfürstlichen Residenz gehörte und erst nach deren Abriss 1742 hier angebracht wurde: an demselben Abriss also, dem das Stadtschloss am Markt seine Existenz verdankt. Bis zum Zweiten Weltkrieg hatte das Haus alle Kriege und Stadtbrände weitgehend unbeschadet überstanden. Am 23. November 1944 detonierte eine britische Luftmine über dem Lutherplatz und beschädigte die Nordfassade erheblich; der südliche Teil mit den Lutherstuben und der Fachwerkhalle blieb intakt. 1955 mietete sich die Evangelisch-Lutherische Kirche in Thüringen ein und eröffnete hier 1956 einen Erinnerungsort. Hier endet der Rundgang. Oben steht die Burg, wo er begann.
Sie stehen vor dem Lutherhaus, einem der ältesten erhaltenen Fachwerkhäuser Thüringens. Nach der Überlieferung wohnte hier Martin Luther während seiner Schulzeit von 1498 bis 1501, bei der Familie Cotta. Der Vorgängerbau geht auf 1269 zurück. Heute ist das Haus ein kulturhistorisches Museum.
Dieses Haus aus Holzbalken ist über 750 Jahre alt. Hier wohnte Martin Luther als Schüler, von 1498 bis 1501, bei der Familie Cotta. Geld hatte er kaum. Deshalb ging er singen, von Haus zu Haus, und bekam dafür Essen. Einer Frau namens Ursula Cotta gefiel sein Gesang so gut, dass sie ihn bei sich wohnen ließ. Viele Jahre später versteckte er sich oben auf der Wartburg und schrieb dort in elf Wochen die Bibel auf Deutsch. Damit unser Rundgang zu Ende geht, schau noch einmal nach oben zum Berg. Dort haben wir angefangen.
Koordinaten: 50.9731, 10.3203 · auf der Karte