Sie stehen vor der Kreuzkirche. Es ist eine Kirche, die keine mehr ist, und das ist ihre Geschichte. Gebaut wurde sie nicht für eine Gemeinde, sondern für einen Friedhof, auf dessen Gelände sie steht. Geweiht wurde sie am 2. Dezember 1697, nach einem Entwurf des Architekten Johann Mützel. Nun zum Baumaterial, denn daran hängt mehr als eine Mauer. Beim Bau wurden unter anderem Teile der Türme des früheren Eisenacher Domes verwendet, der Kirche St. Marien, Unserer lieben Frauen. Diese Türme wurden etwa zur selben Zeit abgebrochen. Was die Stadt an einer Stelle niederlegte, stellte sie wenige Hundert Meter weiter wieder auf. Das Haus verschweigt es nicht. Über dem Nordportal steht eine lateinische Inschrift aus der Erbauungszeit, die darauf hinweist, und über der südlichen Tür steht eine zweite Inschrift. Gehen Sie einmal um das Gebäude herum und sehen Sie nach den beiden Portalen. Der Dom selbst stand am westlichen Teil des Frauenplans, vom 13. bis zum Ende des 17. Jahrhunderts. Dort kommen wir am Ende dieses Rundgangs vorbei. Für die abgerissenen Türme bekamen die Domherren von der Stadt übrigens einen Brunnen als Entschädigung. 1867 gab Eisenach den Friedhof auf. Damit war die Kreuzkirche nicht mehr nötig, und sie wurde profaniert, also aus dem kirchlichen Gebrauch genommen. Bei den Luftangriffen auf Eisenach im Zweiten Weltkrieg wurde sie beschädigt und nach Kriegsende wieder instand gesetzt. Zuletzt stand hier das Archiv der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen: Akten dort, wo Gräber waren. Wir gehen weiter, hinunter in die Altstadt.
Sie stehen vor der Kreuzkirche am Schlossberg, am Rand des Alten Friedhofs. Geweiht wurde sie am 2. Dezember 1697, nach einem Entwurf von Johann Mützel. Bis 1867 war sie die Kirche des Friedhofs, danach wurde sie profaniert. Zuletzt diente sie als Archiv der Landeskirche.
Das hier ist eine Kirche, in der niemand mehr Gottesdienst feiert. Sie heißt Kreuzkirche und ist über dreihundert Jahre alt. Rundherum lag damals der Friedhof der Stadt. Und jetzt kommt das Merkwürdige: Die Steine dieser Kirche sind älter als die Kirche selbst. In der Nähe stand früher eine große Kirche, der Eisenacher Dom. Seine Türme wurden abgerissen. Die Steine daraus hat man hierher gebracht und wieder eingebaut. Hast du schon mal aus alten Bausteinen etwas Neues gebaut?
Koordinaten: 50.974257, 10.315498 · auf der Karte