Stadtohr

Stadtrundgang Duisburg · Station 1 von 22

Salvatorkirche

1316 · kirche, spätgotik, zweiter weltkrieg, mercator

Salvatorkirche
Foto: ZebraDS, CC0 · Wikimedia Commons

Ausführlich

Willkommen in Duisburg. Wir beginnen auf dem Burgplatz, vor der Salvatorkirche, der alten Stadtkirche. Duisburg liegt dort, wo die Ruhr in den Rhein mündet, am Ausgangspunkt des historischen Hellwegs. 883 wird der Name zum ersten Mal urkundlich genannt, im Zusammenhang mit einem Überfall der Wikinger. Um 740 hatte man an dieser Stelle mit einem Königshof begonnen, und zu ihm gehörte eine hölzerne Kapelle, 893 erstmals erwähnt. Grabungen im Inneren der Kirche haben sie nachgewiesen. Im 11. Jahrhundert folgte eine steinerne Pfalzkirche, später eine romanische Basilika mit Westturm. Im 13. Jahrhundert ließ sich der Deutsche Orden in Duisburg nieder und erwarb die Pfalzgebäude samt Basilika. 1283 zerstörte ein verheerender Brand die Königspfalz und die Kirche. Die Grundsteinlegung der heutigen Kirche fällt vermutlich auf 1316. Bauherr war der Deutsche Orden. Wahrscheinlich begann man mit dem Turm, den vor allem die Bürger der Stadt bezahlten. Schauen Sie hinauf. 1367 war der erste gotische Turm vollendet, sein Helm wurde seither viermal erneuert. Der zweite Helm, achtseitig und spitz, ragte 106 Meter hoch. Damals war das die höchste Kirche in Nordwestdeutschland. 1467 brannte der Turm vollständig ab, 1613 verbrannte der Helm nach einem Blitzeinschlag, 1692 kam eine barocke Haube darauf. Dann der 12. Mai 1943. Englische Piloten markierten den gut zu erkennenden Turm als Zielpunkt für den Angriff auf die Duisburger Hafenanlagen. 572 Bomber zerstörten die Altstadt fast völlig, etwa 300 Menschen starben. Die Kirche blieb stehen. Der Turmhelm aber brannte aus, und brennende Balken fielen auf das Langhaus. Fünfzehn Jahre dauerte der Wiederaufbau, seit 1960 wird die Kirche wieder benutzt. Den Helm hat man nicht neu errichtet. Der ausgebrannte obere Teil des Turms erinnert bis heute an die Kriegszeit. Im Inneren liegt der Kartograph Gerhard Mercator begraben, sein Epitaph hängt in der südlichen Chorkapelle. Ein Fenster erinnert an das Novemberpogrom 1938 in Duisburg; es stammt vom israelischen Künstler Naftali Bezem. Am Ende des Rundgangs kehren wir hierher zurück.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Salvatorkirche auf dem Duisburger Burgplatz, der alten Stadtkirche. Die Grundsteinlegung fällt vermutlich auf 1316, Bauherr war der Deutsche Orden. Der Turm trägt seit dem Zweiten Weltkrieg keinen Helm mehr. Im Inneren liegt der Kartograph Gerhard Mercator begraben.

Für Kinder

Du stehst vor einer Kirche mit einem Turm, dem oben die Spitze fehlt. Das hat einen Grund. Im Mai 1943 fielen Bomben auf Duisburg. Der Turm brannte aus, die Kirche blieb stehen. Nach dem Krieg wurde sie wieder aufgebaut, aber die Spitze nicht. So kannst du bis heute sehen, was damals geschah. Früher ragte der Turm einmal 106 Meter hoch, und die Kirche war die höchste in ganz Nordwestdeutschland. Kannst du erkennen, wo der Turm jetzt aufhört?

Quellen

Koordinaten: 51.435842, 6.761117 · auf der Karte

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