Sie stehen vor dem Grupello-Haus, Marktplatz 4, Ecke Zollstraße. Es hat zwei Namen, und beide gehören zu Bewohnern. Entstanden ist es zu Beginn des 18. Jahrhunderts als dreigeschossiges Wohnhaus, der Entwurf wird dem Hofarchitekten Matteo Alberti zugeschrieben, der auch die Gemäldegalerie am Schloss gebaut hat. Eigentümer war Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz, Jan Wellem, und 1708 schenkte er es dem Bildhauer Gabriel Grupello. Das ist eine knappe Ortsbeschreibung der kurfürstlichen Kunstpolitik: Der Hofbildhauer wohnt am Markt, sein Gießhaus steht nebenan, und mitten auf dem Platz steht, was er dort gegossen hat. 1748 kaufte Kurfürst Karl Theodor das Haus und vermietete es an den Maler und Kunstagenten Lambert Krahe. Krahe eröffnete darin um 1762 eine Zeichenschule, und aus dieser Schule wurde später die Kunstakademie Düsseldorf, deren erster Direktor er war. 1769 zog er mit der Zeichenschule in das Bongard-Haus am Jesuitenkloster in der Mühlenstraße. Danach bewohnte Gouverneur Johann Joseph Wilhelm von Efferen das Haus, und deshalb hieß es Gouvernementshaus. Aus preußischem Staatsbesitz ging es 1818 durch Schenkung an die Stadt Düsseldorf, im selben Jahr also, in dem der König auch das Theater am Markt der Stadt schenkte. Erst war das Polizeiamt darin, dann andere Verwaltungsstellen. Nun zum Zustand, den Sie sehen. Luftangriffe beschädigten das Haus im Zweiten Weltkrieg; wieder aufgebaut wurde es vereinfacht, Ende der 1960er Jahre umgebaut, und 1969 eröffnete darin ein neuer Sitzungssaal des Rathauses. Seit damals gehört das Haus zum Rathauskomplex, als Teil des zweiten Flügels. Ende 2010 wurde die Fassade saniert, und dabei änderte sich die Farbe: Der Blauton wich einem hellen Sandton, der an den historischen Zustand angelehnt ist. Schauen Sie die Natursteinornamente an, sie wurden damals repariert, und an der Seite zur Zollstraße die Johannes-Nepomuk-Plastik, die wiederhergestellt wurde. Ein letztes Detail, und es ist typisch für diesen Rundgang: Die Original-Büsten von Grupello, die das antikisierende Barock-Portal zierten, stehen heute im Stadtmuseum. Was Sie am Portalsims sehen, sind zwei Repliken aus Betonguss, eingeweiht am 16. November 2012. Vieles an diesem Markt ist Kopie, Ersatz oder Hinweis auf etwas, das woanders liegt.
Sie stehen vor dem Grupello-Haus, Marktplatz 4, Ecke Zollstraße. Es entstand zu Beginn des 18. Jahrhunderts als dreigeschossiges Wohnhaus. 1708 schenkte Kurfürst Johann Wilhelm es dem Bildhauer Gabriel Grupello. Heute wird es im Zusammenhang mit dem Rathaus für Sitzungen genutzt.
Dieses Haus bekam ein Bildhauer geschenkt. Der Kurfürst Johann Wilhelm gab es ihm 1708, weil er mit seiner Arbeit zufrieden war. Der Bildhauer hieß Gabriel Grupello, und seine Werkstatt stand gleich daneben. Er musste also nur ein paar Schritte zur Arbeit gehen. Später wohnte hier ein Maler, der das Zeichnen beibrachte. Aus seiner Zeichenschule wurde eine große Kunstakademie. Schau über der Tür nach den beiden Köpfen aus Stein. Es sind nicht die echten: Die stehen heute in einem Museum. Welche Farbe hat das Haus?
Koordinaten: 51.2256, 6.77169 · auf der Karte