Sie stehen an der Kasernenstraße. Wo heute ein Bürogebäude steht, stand die Große Synagoge. Sie wurde 1903 nach Entwürfen des Architekten Josef Kleesattel im Stil der Neoromanik erbaut. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde sie in Brand gesteckt, die Ruine am 29. November desselben Jahres abgebrochen. Zuerst zum Ort. Ende des 19. Jahrhunderts plante die Stadt, das Viertel an Königsallee und Kasernenstraße umzugestalten, um Platz für Banken und für Verwaltungsgebäude der Stahlindustrie zu schaffen. Die Kasernen wurden abgebrochen, der Exerzierplatz bebaut. Zugleich wuchs die jüdische Gemeinde, wie die gesamte Bevölkerung, stark an. So entstand der Plan einer neuen Synagoge. Ausgeführt wurde der Entwurf von Kleesattel. Am 6. September 1904 wurde sie eingeweiht, für die liberal orientierte Gemeinde. Sie hatte eine Orgel und bot Platz für rund 800 Männer und 500 Frauen. Die kleinere orthodoxe Gemeinde lehnte den Neubau wegen der Orgel ab und richtete sich 1904 einen Betsaal in der Bilker Straße 37 ein. Von 1907 bis 1912 wirkte hier der bedeutende Rabbiner Leo Baeck, ein Vertreter des deutschen liberalen Judentums. Unter seinem Nachfolger Max Eschelbacher errichtete man an der südlichen Außenwand ein Denkmal für die gefallenen Gemeindemitglieder des Ersten Weltkriegs. Der Bau war eine Zentralanlage mit einer Kuppel über der 15 Meter messenden Vierung, flankiert von Ecktürmen, verblendet mit hellem Vogesensandstein. Am 11. August 1929 wurde die Synagoge mit einer judenfeindlichen Parole und einem Hakenkreuz geschändet. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, im Zuge der Novemberpogrome, verwüsteten SA-Männer sie zunächst im Inneren und setzten sie anschließend in Brand. Beim Düsseldorfer Pogrom wurden mindestens sieben Menschen getötet und zahlreiche misshandelt. Heute steht auf dem Grundstück ein Bürogebäude. Davor befindet sich ein Erinnerungsmal, an dem von Zeit zu Zeit Gedenkveranstaltungen stattfinden. Außerdem weist die Installation missing link_ von Mischa Kuball aus dem Jahr 2023 auf das Denkmal und die Synagoge hin, seit Oktober 2024 dauerhaft. Als Nächstes folgt die Johanneskirche, die größte evangelische Kirche der Stadt.
Sie stehen an der Kasernenstraße, wo die Große Synagoge stand. Sie wurde 1903 im Stil der Neoromanik erbaut und am 10. November 1938 in Brand gesteckt. Die Ruine wurde am 29. November abgebrochen. Heute steht hier ein Bürogebäude, davor ein Erinnerungsmal.
Hier stand einmal eine große Synagoge, ein Gebetshaus der jüdischen Gemeinde. Sie wurde 1903 gebaut und hatte eine Kuppel und Ecktürme. Es gab Platz für rund 1300 Menschen. In der Nacht auf den 10. November 1938 verwüsteten Männer der SA das Haus und zündeten es an. Heute steht hier ein Bürogebäude. Davor erinnert ein Mal an die Synagoge. Warum, glaubst du, ist es wichtig, sich an solche Orte zu erinnern?
Koordinaten: 51.2202, 6.77507 · auf der Karte