Sie stehen am Ende dieses Rundgangs, und wie an einigen Stationen zuvor ist das Bauwerk nicht mehr da. Von 1961 bis 2013 verlief hier der Tausendfüßler, eine Autohochstraße. Der Spitzname kam von den vielen Stützen. Die Zahlen zuerst, denn sie erklären, warum um dieses Bauwerk gestritten wurde. Gesamtlänge 536 Meter, davon Hauptarm von der Hofgartenstraße zur Berliner Allee 391 Meter bei 12,9 Metern Breite, Nebenarm zur Immermannstraße 145 Meter bei 9,9 Metern, Maximalbreite 25 Meter. Zehn Y-förmige Stahlstützen trugen den dreispurigen Teil, fünf plus fünf Standardstützen den geteilten Abfahrtsbereich. Der Überbau war Spannbeton, die Vollplatte nur einen Meter hoch bei einer Regelstützweite von 25 Metern. Verantwortlicher Architekt war Friedrich Tamms, Beigeordneter der Stadt für Stadtplanung, der auch die Brücken über den Rhein entwarf, die Düsseldorfer Brückenfamilie. Tamms ist Ihnen an diesem Rundgang schon begegnet, als Planer des Zweckbaus hinter der Fassade des Alten Rathauses. Nun der Konflikt. Nach dem Krieg nutzten die Stadtplaner die Zerstörungen, um das Stadtgefüge zu ändern. Die lange diskutierte Parallelstraße zur Königsallee, die Berliner Allee, wurde verwirklicht, nördlich schloss die Hochstraße an, und zusammen mit Thyssen-Haus, Schauspielhaus und Gustaf-Gründgens-Platz sollte ein Ensemble aus Wirtschaft, Kultur und Verkehr entstehen. Dafür sollte am Jan-Wellem-Platz ein größerer Teil des Hofgarten-Weihers an der Landskrone zugeschüttet und dem Verkehr zugeschlagen werden. Erinnern Sie sich an den Anfang des Rundgangs: Das ist derselbe Hofgarten, Deutschlands erster Volksgarten. Am 15. Januar 1961 demonstrierten 10.000 Menschen vor dem Rathaus und zogen anschließend zum Hofgarten; organisiert hatte das die Vaterstädtische Arbeitsgemeinschaft. Es half zum Teil: Ein Stück Hofgarten wurde einbezogen, aber nicht in dem geplanten Ausmaß. Gebaut wurde 1961 und 1962, von allen drei Enden gleichzeitig, daher die kurze Bauzeit. Am 13. Dezember 1993 wurde der Tausendfüßler in die Denkmalliste der Stadt eingetragen, in der Kategorie technische Denkmäler und Bauten für den Straßenverkehr. Seit 2001 wurde über den Abriss diskutiert, für das Projekt Kö-Bogen umgesetzt bis 2013 nach dem Entwurf von Daniel Libeskind. Der Landeskonservator machte fachliche Bedenken geltend und beantragte beim Bauministerium einen Ministerentscheid; die Stadt musste darlegen, warum das öffentliche Interesse am Abriss den Denkmalschutz überwiegt. Im Juni 2012 genehmigte der Verkehrsminister Harry Voigtsberger den Abriss, ausgeführt wurde er zwischen dem 25. Februar und April 2013. Damit endet dieser Rundgang. Fünf seiner Stationen sind nur noch Stellen: die Alte Kunsthalle, das Schloss, das Alte Theater, das Königliche Gymnasium und diese Hochstraße.
Sie stehen am Ende des Rundgangs, dort wo bis 2013 der Tausendfüßler verlief. So hieß eine Autohochstraße, 1961 und 1962 gebaut, 536 Meter lang, getragen von zehn Y-förmigen Stahlstützen. Am 13. Dezember 1993 kam sie in die Denkmalliste. Abgerissen wurde sie zwischen Februar und April 2013.
Hier endet dein Rundgang, und zwar dort, wo etwas fehlt. Von 1961 bis 2013 führte hier eine Straße durch die Luft. Autos fuhren über eine lange Betonplatte, die auf Stützen stand. Weil es so viele Stützen waren, nannten die Leute sie Tausendfüßler. Sie war 536 Meter lang. Viele mochten sie nicht, denn für den Bau sollte ein Teich im Hofgarten zugeschüttet werden. Am 15. Januar 1961 protestierten 10.000 Menschen vor dem Rathaus. Heute fahren die Autos durch einen Tunnel unter der Erde.
Koordinaten: 51.2258, 6.78278 · auf der Karte