Sie stehen vor dem Neuen Krug, einer Gaststätte mit einer langen Geschichte. Sie beginnt bei Graf Friedrich Adolf. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts erweiterte er die Stadt: Er ließ den Friedrichstaler Kanal anlegen, die Neustadt und die Friedamadolphsburg, von der wir später hören. 1709 schenkte er seiner Gattin Amalie ein Grundstück am Kanal, dazu eine Urkunde, die sie ermächtigte, hier einen Krug bauen zu lassen. 1709/10 wurde das vermutlich bereits bestehende Gebäude um einen Brennereibetrieb erweitert. Das Branntweinhaus hatte eine Monopolstellung und zog bald zahlreiche Gäste an. Deshalb folgte 1715/16 ein Lusthaus. Nach dem Tod des Grafen verpachtete Gräfin Amalie den Krug an den Lemgoer David Topp. 1730 musste sie ihn zur Schuldendeckung an den Regierungsrat Blume überschreiben. 1732 kaufte Graf Simon Henrich Adolph das Haus zurück. Bis 1852 blieb es im Besitz des Hauses Lippe, dann wurde es privatisiert. Die große Zeit beginnt 1880, als der Gastwirt Heinrich Dütemeyer den Krug erwarb. Er baute eine Brauerei, 1889 ein neues Gasthaus, 1893 eine Bierhalle und 1898 das Sommertheater. Dazu zwei Angaben: Eine Quelle zum Sommertheater nennt als Eröffnung den 26. Juli 1896. Ich nenne Ihnen beide Jahre, mehr dazu am Ende des Rundgangs. Das Gasthaus von 1889 besteht bis heute in dieser Form. Der Detmolder Baumeister Philipp Knollmann errichtete es und hat sich dabei offenbar am Alten Haus in Bacharach orientiert. Schauen Sie sich die Fassade an: ein verzierter Fachwerkbau auf einem massiven Erdgeschoss, mit zwei über Eck angeordneten Giebeln und Ecktürmchen. Das Fachwerk zeigt Andreaskreuze, Rauten und Kreise. Links vom straßenseitigen Giebel steht ein achteckiger Erkerturm auf fünf Knaggen, und vor dem zweiten Obergeschoss sehen Sie einen überdachten Balkon mit Rundbögen. Das entsprach damals der Vorstellung von Gemütlichkeit. Der ältere Krug aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts blieb als Hinterhaus erhalten. Seit 2009 stehen auch Teile der Innenausstattung unter Schutz: die Wandvertäfelung, die Deckenverkleidung und fünf große Tafelbilder von Otto Albert Koch in Gastraum und Saal. Zur Geschichte gehört ein dunkles Kapitel. In der NS-Zeit nutzte die örtliche NSDAP den Neuen Krug wegen seines Fassungsvermögens häufig für Massenkundgebungen, so 1941 für ein Erinnerungstreffen zur Lippe-Wahl 1933 mit Robert Ley.
Sie stehen vor dem Neuen Krug, einer denkmalgeschützten Gaststätte. Graf Friedrich Adolf schenkte seiner Gattin Amalie 1709 ein Grundstück am Kanal und die Erlaubnis, hier einen Krug zu bauen. Das heutige Gasthaus von 1889 ist ein verzierter Fachwerkbau mit achteckigem Erkerturm.
Das ist eine alte Gaststätte, ein Gasthaus. Es heißt Neuer Krug. Ein Graf hat seiner Frau Amalie 1709 ein Grundstück am Kanal geschenkt. Sie durfte dort einen Krug bauen lassen. Das Haus, das du jetzt siehst, ist von 1889. Es hat Fachwerk mit vielen Mustern: Kreuze, Rauten und Kreise. Such den kleinen Turm mit acht Ecken. Dort sitzt ein Erker, ein Vorbau mit Fenstern. Früher gab es hier auch eine Brauerei, in der Bier gebraut wurde. Wie viele Muster im Fachwerk kannst du finden?
Koordinaten: 51.9285, 8.87271 · auf der Karte