Sie stehen vor dem ehemaligen Kaufhaus Sonntag an der Ecke Lange Straße und Marktplatz. Es steht seit dem 18. September 1989 unter Denkmalschutz. Zur Baujahrfrage: Eine Quelle nennt im ersten Satz 1902 und später die Jahre 1902 bis 1903. Ich nenne beide Angaben. Schon im 19. Jahrhundert gab es an dieser Ecke ein Warenhaus, das die Kaufleute Wilhelm Sonntag und Heinrich Vos 1883 vom Vorbesitzer Heinrichs übernommen hatten. Eine Aufnahme von etwa 1880 zeigt ein eher schlichtes, zweigeschossiges Bauwerk mit Satteldach, Zwerchhaus zum Markt und einem Balkon an der Giebelseite zur Langen Straße. Auffällig waren schon damals die hohen Schaufenster im Erdgeschoss. Nach dem Abbruch entstand das heutige Geschäftshaus nach Plänen des Architekten Friedrich Geb, Professor an der Technischen Hochschule in Hannover. Heinrich Vos schied 1914 aus dem Unternehmen aus, 1915 übernahm Wilhelm Sonntag junior als Alleininhaber das Geschäft seines Vaters. Bis zur Schließung 2022 wurde das Kaufhaus als Familienunternehmen geführt. Nun die Fassade. Das Haus ist ein viergeschossiger Massivbau mit fünf Fensterachsen zum Marktplatz. Die stuckbesetzte Fassade verbindet gotisierte Renaissance- und Jugendstilmotive und orientiert sich an hanseatischen Kaufhausbauten. Lisenen gliedern sie bis zur Dachkante. Schauen Sie unten auf die großen Schaufenster, sie reichen bis zum ehemaligen Galeriegeschoss. Das oberste Geschoss war ursprünglich eine Wohnung, erkennbar an der reichen Stuckverzierung der Fensterbrüstung und an den Balkontüren. An der Giebelseite sitzt ein Erker auf einer Konsole. Seine Zwillingsfenster sind bunte Bleiglasfenster, im oberen Bogen tragen sie die Initialen WS. Über allem liegt ein Satteldach mit roten Doppelmuldenpfannen. Innen baute man das Galeriegeschoss zu einem Vollgeschoss um und entfernte dabei den großzügigen Treppenaufgang. 1956 und 1979 erhielt die Fassade über dem Erdgeschoss ein Kragdach, das die Schaufenster auch äußerlich teilte.
Sie stehen vor dem ehemaligen Kaufhaus Sonntag an der Ecke Lange Straße und Marktplatz. Das Geschäftshaus wurde 1902 bis 1903 nach Plänen des Architekten Friedrich Geb gebaut. Bis zur Schließung 2022 führte die Familie Sonntag das Kaufhaus. Das Gebäude steht seit 1989 unter Denkmalschutz.
Hier war ein Kaufhaus, das Kaufhaus Sonntag. Es gab es sehr lange: Eine Familie führte es bis 2022. Schau hoch zum Erker, dem Vorbau mit den bunten Fenstern. In den Fenstern stehen die Buchstaben W und S. Wilhelm Sonntag hieß einer der Kaufleute, die das Geschäft führten. Unten im Haus sind große Schaufenster, oben im Haus war früher eine Wohnung. Kannst du die Buchstaben finden?
Koordinaten: 51.934884, 8.878973 · auf der Karte