Sie stehen am Friedrichstaler Kanal. Er ist knapp zwei Kilometer lang und wurde von 1701 bis 1704 auf Anweisung des Grafen Friedrich Adolf angelegt. Er verband das Residenzschloss mit dem Landsitz Friedrichstal, den es nicht mehr gibt. Warum ein Kanal? Der Graf, der von 1697 bis 1718 regierte, hatte drei Jahre in Paris und Holland und ein Jahr in Italien verbracht. Schloss Versailles beeindruckte ihn offenbar stark, und die Kanäle in Holland waren wohl das Vorbild. Als er sein Amt antrat, war Detmold noch von einer mittelalterlichen Stadtmauer umgeben, und ein Viertel der Stadtfläche nahm das Schloss mit seinen Festungsanlagen ein. Der Kanal war Teil einer Stadterweiterung mit der Neustadt und dem Neuen Palais. Beteiligt waren Spezialisten aus mehreren Ländern: Franzosen, italienische Stuckateure und der niederländische Wasserbauexperte Hendrick Kock. Im Jahr 1701 begannen die Aushubarbeiten für den Kanal und drei Schleusen. Bauern und Soldaten leisteten die Erdarbeiten. Auch Detmolder Handwerker arbeiteten mit, teilweise kostenlos, denn nach der traditionellen Servilität hatten sie für ihre Herrschaft unentgeltlich zu arbeiten. Aus den Arzt- und Apothekerrechnungen ersieht man, dass es einen Toten und einige Verletzte gab. Zwei Männer überführte man des Diebstahls des kupfernen Hahns einer Fontäne. Sie wurden im Dezember 1714 am Galgen auf der Jerxer Heide hingerichtet. Nach knapp drei Jahren war der Kanal 1704 fertig. Dann die Fahrt. Für die Herrschaften baute man zwei Gondeln und ein Materialschiff, die Treckschuit. Die Gondeln bewegte man mit Staken vorwärts, das Materialschiff zogen Pferde auf einem Leinpfad. Der Hofstaat bestieg die festlich geschmückten Gondeln an einer Anlegestelle am Schloss, fuhr auf dem Schlossgraben zur Bruchpforte und dann auf dem ausgebauten Wallgraben entlang der Stadtmauer. Am Hornschen Tor, dem heutigen Willy-Brandt-Platz, schwenkten die Gondeln, der Stadt das Heck zuwendend, in den breiten, fast schnurgeraden Kanal ein. Schauen Sie ihn entlang: auf der einen Seite die Neustadt, auf der anderen die Allee zwischen zwei Lindenreihen. Der Kanal war allein für Lustfahrten gebaut worden. Schon 1748 stellte man die Schifffahrt aus Kostengründen ein, und das Gefälle an zwei der drei Schleusen betrieb fortan Mühlen.
Sie stehen am Friedrichstaler Kanal, knapp zwei Kilometer lang. Graf Friedrich Adolf ließ ihn von 1701 bis 1704 anlegen. Er verband das Residenzschloss mit dem Landsitz Friedrichstal und diente allein den Lustfahrten des Hofes mit Gondeln. Schon 1748 wurde die Schifffahrt eingestellt.
Hier fuhren früher Gondeln. Ein Graf namens Friedrich Adolf ließ diesen Kanal von 1701 bis 1704 bauen. Er hatte drei Jahre in Paris und Holland verbracht. Auf dem Wasser fuhren er und seine Gäste in festlich geschmückten Gondeln, die man mit langen Stangen vorwärts schob. Der Kanal war nur zum Vergnügen gebaut. Schon 1748 hörte das Fahren auf, weil es zu teuer war. Stell dir vor, du wärst in so einer Gondel: Was würdest du sehen?
Koordinaten: 51.9317, 8.87633 · auf der Karte