Stadtohr

Stadtrundgang Darmstadt · Station 3 von 16

Stadtkirche

· kirche, reformation, fürstengruft, stadtgeschichte

Ausführlich

Sie stehen vor der Stadtkirche, der evangelischen Hauptkirche Darmstadts. Sie ist das älteste Kirchengebäude der Kernstadt. Ihr Turm ist heute dreiundsechzig Meter hoch und gilt als die trigonometrische Mitte der Stadt. Schauen Sie hinauf. Die Kirche fällt im Stadtbild weniger auf als die Hauptkirchen anderer Städte, denn ihre Lage war nie darauf angelegt, sie wirkungsvoll in Szene zu setzen. Trotzdem gehört ihr Turm zum Blick vom Schloss auf Marktplatz und Rathaus, ein Motiv, das viele Postkarten schmückt. Seit wann an dieser Stelle ein Sakralbau steht, ist nicht mehr festzustellen. Denkbar ist, dass er mit der Siedlung Darmundestat entstand. Von diesem Namen lohnt ein Seitenblick, denn sein Ursprung ist unsicher. Die germanistische Namenforschung sieht im ersten Teil den Taufnamen Darmund. Und Darmstadt ist die einzige deutsche Stadt, nach der ein chemisches Element benannt wurde, das Darmstadtium. Der die Quelle zu Kirchen nennt das 12. Jahrhundert für die erste Erwähnung von Darmundestat, der Wikipedia-Quelle zur Stadt das späte 11. Jahrhundert. Ich nenne Ihnen die ältere Angabe und sage dazu, dass es zwei gibt. 1330 erhielt Darmstadt die Stadtrechte, danach begann der Ausbau mit Stadtmauern, Graben und Marktplatz. 1369 wurde die Kapelle von der Mutterkirche in Bessungen gelöst und eigenständige Pfarrkirche, bis 1380 stand hier eine Kirche mit Langhaus, Chor und Turm. Ein Merkmal zieht sich durch ihre Geschichte: Bis weit ins 19. Jahrhundert litt sie unter Platzmangel. 1430 oder 1480 errichtete man den spätgotischen Chor, der bis heute erhalten ist, auch hier nennt eine Quelle zwei Jahre. 1479 wurde Darmstadt hessisch, das älteste erhaltene Wappen der Stadt am Gewölbe des Chores stammt aus dieser Zeit. 1526 wurde die Kirche lutherisch, das Marien-Patrozinium erlosch, die Kirche ging in Stadtbesitz über. Wem sie gehört, ist bis heute ungeklärt. 1567 wurde Darmstadt Residenzstadt. 1631 erhielt der Turm eine neue Spitze mit welscher Haube und vier sogenannten Knuwweltermscher. 1687 wurden die mittelalterlichen Seitenschiffe beseitigt und durch zwei barocke ersetzt. Auf Wunsch der Landgräfin kam ein Fürstenstuhl dazu, der Langhaus und Chor trennte. Er sollte die Macht der Fürsten zeigen. Unter dem Chor liegt die Fürstengruft mit den Särgen der in Darmstadt beigesetzten Landgrafen. Die Großherzöge wurden ins Alte Mausoleum auf der Rosenhöhe umgebettet. Und es gibt eine Legende: Ein unterirdischer Gang soll Schloss und Kirche verbunden haben. Tatsächlich beginnt unter der Fürstengruft ein Tunnel, er ist heute verschüttet. Dass er bis zum Schloss führte, ist nach einer Quelle zweifelhaft.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Stadtkirche, der evangelischen Hauptkirche Darmstadts und dem ältesten Kirchengebäude der Kernstadt. Bis 1380 wurde eine Kirche mit Langhaus, Chor und Turm errichtet, 1526 wurde sie lutherisch. Der Turm ist heute 63 Meter hoch und die trigonometrische Mitte der Stadt.

Für Kinder

Dieser Kirchturm ist 63 Meter hoch. Er gilt als die Mitte von Darmstadt. Die Kirche ist das älteste Kirchengebäude der Innenstadt. Früher war sie der Jungfrau Maria geweiht, eine Lilie im Stadtwappen erinnert noch daran. Unter dem Chor liegen die Särge der Landgrafen. Es gibt eine Geschichte von einem geheimen Gang zwischen Kirche und Schloss. Ein Tunnel beginnt tatsächlich unter der Kirche, aber er ist verschüttet. Ob er bis zum Schloss führte, ist zweifelhaft. Wohin würdest du ihn graben?

Quellen

Koordinaten: 49.871388888, 8.656333333 · auf der Karte

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