Stadtohr

Stadtrundgang Darmstadt · Station 8 von 16

Hessisches Landesmuseum Darmstadt

1820 · museum, sammlung, naturkunde, nationalsozialismus

Ausführlich

Sie stehen vor dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt, abgekürzt HLMD. Es ist ein Universalmuseum und eines der ältesten öffentlichen Museen Deutschlands. Kunst, Kultur und Naturgeschichte stehen unter einem Dach. Als Jahr führt Wikidata 1820. Das ist das Jahr, in dem die Sammlung ein öffentliches Museum wurde. Das Gebäude, vor dem Sie stehen, kam später. Die Sammlung stammt von den Landgrafen von Hessen-Darmstadt, die seit dem 17. Jahrhundert Kunst und Naturalien zusammentrugen. Ab 1790 baute Landgraf Ludwig X. sie umfangreich aus, der ab 1806 Großherzog Ludwig I. hieß. Ernst Schleiermacher, sein geheimer Kabinettssekretär, spielte dabei eine maßgebliche Rolle und wurde erster Museumsdirektor. 1802 bis 1805 übernahm man die umfangreiche Sammlung des Barons Adolf von Hüpsch aus Köln, und durch die Säkularisation gelangten ab 1803 viele kirchliche Einrichtungen an die Landgrafschaft. Laut Stiftungsbrief vom 20. Juli 1820 geschah die Öffnung für die Öffentlichkeit zur Beförderung wahrer Aufklärung und Verbreitung nützlicher Kenntnisse. Den Grundstock der naturwissenschaftlichen Sammlungen legte Landgräfin Karoline, die ihrem Sohn Ludwig X. ihre Naturalien und physikalischen Instrumente vererbte. Weil die Sammlungen weiterwuchsen, wurde ein Neubau nötig. 1897 begann er auf Veranlassung von Großherzog Ernst Ludwig, Architekt war der gebürtige Darmstädter Alfred Messel, der durch das Warenhaus Wertheim in Berlin bekannt geworden war. 1906 wurde das Haus übergeben. Im Inneren sollten Schauräume wie der Romanische Gang, die Gotische Kirche und der Mittelalterliche Hof die historischen Zusammenhänge zeigen. Seit 1912 stehen vor dem Museum zwei Fahnenmasten und zwei bronzene Löwen nach Entwürfen von Heinrich Jobst. Schauen Sie nach ihnen. 1924 stiftete Maximilian von Heyl der Stadt eine bedeutende Sammlung von Gemälden Arnold Böcklins. 1937 beschlagnahmten die Nationalsozialisten in der Aktion Entartete Kunst Werke unter anderem von Barlach, Beckmann, Dix, Klee, Kokoschka und Marc. Ein großer Teil davon wurde vernichtet. Das Gebäude wurde im Krieg beschädigt, die wichtigsten Objekte waren zuvor ausgelagert worden. 1955 öffnete das Museum wieder. Später kamen der Block Beuys von Joseph Beuys und Werke seines Schülers Blinky Palermo hinzu, und in den 1990er Jahren wurde die Erd- und Lebensgeschichte mit den Funden aus der Grube Messel grundlegend erneuert. Vom 30. September 2007 bis zum 12. September 2014 war das Haus wegen der Sanierung geschlossen.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Hessischen Landesmuseum, einem der ältesten öffentlichen Museen Deutschlands. 1820 wurde die fürstliche Sammlung in ein öffentliches Museum überführt. Das heutige Gebäude von Alfred Messel wurde 1906 übergeben. Seit dem 13. September 2014 ist es nach der Sanierung wieder eröffnet.

Für Kinder

Das ist ein Museum mit ganz vielen Sammlungen: Kunst, Geschichte und Natur. Angefangen hat es mit den Sammlungen der Fürsten, die Kunst und Dinge aus der Natur gesammelt haben. 1820 wurde daraus ein Museum für alle. Vor dem Haus stehen zwei Löwen aus Bronze. Siehst du sie? Im Museum gibt es auch Funde aus der Grube Messel. Ein ganzes Haus voller Sachen, die Menschen gesammelt haben. Was sammelst du?

Quellen

Koordinaten: 49.874752721, 8.653534752 · auf der Karte

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