Sie stehen am sogenannten Wichernhaus in der Mühlenstraße, am Spreeufer. Es ist ein denkmalgeschütztes Gebäudeensemble. Bis zum Teilabriss im Jahr 2017 bestand es aus fünf U-förmig angeordneten Einzelbauten. Die Häuser in der Mühlenstraße 30 und 31 entstanden in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Juni 1885 eröffneten Dr. Carl Thiem und Dr. Kühn eine Privatklinik. 1908 übernahm die Stadtgemeinde Cottbus das Grundstück. Mitte der 1930er Jahre dienten die Häuser als Wohnungen. 1936 kaufte der Verein Herberge zur Heimat die Häuser Nummer 29 bis 31 und richtete eine Herberge ein. 1937 wurde ein Gebäude für Missionsarbeit mit großem Versammlungsraum gebaut, an der Ecke Gertraudtenstraße und Am Spreeufer. Am Portal zum Neustädter Platz sah man Zeichen der Inneren Mission, das Baudatum und den Schriftzug Jesus lebt, Jesus siegt. Dieser Erweiterungsbau ist inzwischen abgerissen. 1969 bis 1972 entstand an der Ostseite ein Neubau, 1973 wurde das Gebäude aufgestockt, und in den 1970er Jahren kam ein viergeschossiger Bettenhausanbau mit Balkonen hinzu. Schauen Sie auf die beiden Häuser, die stehen geblieben sind. Die Nummer 31 ist ein zweigeschossiger Eckbau unter einem einseitigen Krüppelwalmdach. Das Portal wird von Halbsäulen aus Stuck gerahmt. Im Hausflur sind die Rosetten und Stuckleisten an der Decke zu sehen, und die Treppe mit dem schlanken Baluster stammt noch aus der Bauzeit. Im Keller liegt ein zwei Meter hoher, tonnengewölbter Raum spätmittelalterlichen Ursprungs. Die Nummer 30 hat ein Satteldach und eine ansonsten schmucklose Fassade, dazu eine zweiflügelige Tür, verziert mit Rosetten und Pilastern. Beide Häuser zählen zu den letzten erhaltenen historischen Wohnhäusern in diesem altstädtischen Quartier. Zwischen 2018 und 2019 wurden sie umfassend renoviert. Die benachbarten, schon länger leerstehenden Gebäude des Wichernkomplexes wurden Ende 2017 abgebrochen und durch neue Eigentumswohnungen ersetzt. Wer hier steht, sieht also zwei Zeiten nebeneinander: das alte Quartier und den Ersatz.
Sie stehen am sogenannten Wichernhaus in der Mühlenstraße, am Spreeufer. Das denkmalgeschützte Ensemble bestand bis zum Teilabriss 2017 aus fünf U-förmig angeordneten Bauten. Erhalten sind die Häuser Mühlenstraße 30 und 31 aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Dieses Haus steht an der Spree, in der Mühlenstraße. Früher waren es fünf Häuser, die wie ein U angeordnet waren. Heute stehen davon noch zwei alte Häuser, die Nummern 30 und 31. Im Jahr 1885 eröffneten zwei Ärzte eine Klinik. Später gab es eine Herberge, das ist ein Haus, in dem man übernachten kann. Im Keller des Hauses Nummer 31 gibt es einen Raum, der schon im späten Mittelalter gebaut wurde. Er ist zwei Meter hoch und hat ein Tonnengewölbe, also eine runde Decke. Was würdest du in einem so alten Keller aufbewahren?
Koordinaten: 51.760151892, 14.336838634 · auf der Karte