Sie stehen vor der Schlosskirche in der Cottbuser Altstadt. Heute nutzt sie die Jüdische Gemeinde Cottbus. Das Grundstück hat eine lange Vorgeschichte. Um 1419 befand sich hier die kleine St. Katharinenkapelle samt Friedhof. Sie wurde durch zwei Stadtbrände, 1600 und 1671, und durch den Dreißigjährigen Krieg stark beschädigt. Um 1701 siedelten sich zahlreiche aus ihrer Heimat vertriebene Hugenotten in der Region an. Im Jahr 1705 erwarben sie die Erlaubnis, das Areal mit den Überresten der Kapelle neu zu bebauen. Zwischen 1707 und 1714 entstand das Kirchengebäude für die französisch-reformierte Gemeinde. Ab 1714 durfte auch die deutsch-reformierte Gemeinde es mitbenutzen. 1757 wurden beide Gemeinden vereinigt. Cottbus war über Jahrhunderte überwiegend protestantisch, vorherrschend war das lutherische Bekenntnis, doch ab 1620 gab es auch eine reformierte Gemeinde auf dem Schloss. Schauen Sie sich den Turm an. Er wurde 1870 erbaut und schneidet tief ins Kirchenschiff ein. Man durfte die Baufluchtlinie an der Spremberger Straße nicht überschreiten. Mit dem Turmbau erhielt die Westseite ihren durch Blendbogennischen gegliederten Staffelgiebel. Die Kirche selbst ist ein einschiffiger Putzbau mit Walmdach und einem niedrigen Sakristeianbau an der Ostseite. Die Nebeneingänge wurden bei der Rekonstruktion 1855 zugemauert. Der stützenlose Innenraum von 1856 ist mit drei segmentbogigen Holztonnen eingewölbt und einheitlich weiß gestrichen. Gegenüber dem Eingang steht die weiße Kanzel mit einem goldenen Holzkreuz, rechts hängt ein Nagelkreuz. Die Orgelempore ist seit 1972 verglast. In der DDR wurde die Kirche profaniert, nach der Wiedervereinigung allerdings wiedereröffnet. 2003 wurde die Westwand restauriert. Am 18. September 2014 wurde sie der jüdischen Gemeinde zur Einrichtung einer Synagoge übergeben. Es ist die erste rein als Synagoge genutzte in Brandenburg seit dem Zweiten Weltkrieg.
Sie stehen vor der Schlosskirche in der Cottbuser Altstadt. Zwischen 1707 und 1714 wurde sie für die französisch-reformierte Gemeinde gebaut, nachdem Hugenotten 1705 die Erlaubnis dazu erworben hatten. Seit dem 18. September 2014 nutzt sie die Jüdische Gemeinde Cottbus als Synagoge.
Du stehst vor einer Kirche, die heute eine Synagoge ist. Das ist ein Gotteshaus der jüdischen Gemeinde. Gebaut wurde sie zwischen 1707 und 1714 für Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben worden waren: die Hugenotten. Sie durften hier 1705 bauen. Seit dem 18. September 2014 gehört das Gebäude der Jüdischen Gemeinde. Es ist die erste Synagoge in Brandenburg seit dem Zweiten Weltkrieg, die nur als Synagoge genutzt wird. Siehst du den Turm? Er ragt tief in die Kirche hinein.
Koordinaten: 51.75918, 14.33379 · auf der Karte