Stadtohr

Stadtrundgang Cottbus · Station 5 von 16

Oberkirche St. Nikolai

1600 · kirche, backsteingotik, stadtbrand, wiederaufbau

Ausführlich

Sie stehen vor der Oberkirche St. Nikolai in der Nähe des Altmarkts. Eine spätgotische Backsteinkirche, die größte mittelalterliche Kirche der Niederlausitz. Zur Jahreszahl gibt es zwei Angaben: Wikidata nennt 1600, das Jahr eines großen Stadtbrands. Eine Kirche an dieser Stelle ist aber schon seit 1156 urkundlich belegt, als früheste schriftlich erwähnte Kirche der Niederlausitz. Als Baubeginn der heutigen Hallenkirche gilt die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts. 1910 fand man bei Renovierungen Fundamentreste einer Saalkirche aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Der untere Teil des Westturms ist Ende des 14. oder Anfang des 15. Jahrhunderts gebaut worden. Die Baugeschichte ist nicht ganz eindeutig. Dann kam das Feuer. Im Jahr 1468 schlug der Blitz in der Stadt ein und legte ganz Cottbus mitsamt der Oberkirche in Schutt und Asche. 1479 vernichtete ein Feuer die Stadt abermals. Die Kirche wurde danach umgestaltet und Anfang des 16. Jahrhunderts eingewölbt. 1537 wurde sie im Zuge der Reformation evangelisch. 1572 erhielt sie den Zusatz Oberkirche, um ihre Stellung gegenüber der benachbarten Klosterkirche hervorzuheben, die ihr unterstellt war und seither Unterkirche hieß. Der achteckige Aufsatz mit Schweifhaube, Laterne und Zwiebelturm kam 1685 dazu. Im Jahr 1600 zerstörte ein weiterer Stadtbrand die Wand- und Gewölbemalereien weitgehend. 1896 stürzte das Dach über dem Chor ein, 1910 und 1911 wurde saniert. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs brannte die Kirche durch Kampfeinwirkung bis auf die Grundmauern aus. Sie wurde wieder aufgebaut und am 1. Juni 1955 neu eingeweiht. Die Fertigstellung 1979 wurde aus einem Kirchenbauprogramm in der DDR finanziert. Schauen Sie am Turm hinauf: Er steht nicht in der Achse des Gebäudes, sondern ist nach Norden verschoben. Der Turmaufsatz wurde erst 1988 rekonstruiert. Der 55 Meter hohe Turm kann als Aussichtsturm bestiegen werden. Im Inneren ist die starke Überhöhung des Kirchenschiffs in der Niederlausitz einzigartig. Reste der Malereien aus den 1470er Jahren wurden beim Wiederaufbau 1951 freigelegt und bis 1993 restauriert. Vom Altar ist nur der Aufsatz von 1661 erhalten, nach anderen Angaben von 1664.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Oberkirche St. Nikolai, der größten mittelalterlichen Kirche der Niederlausitz. Eine Kirche an dieser Stelle ist seit 1156 urkundlich belegt. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs brannte sie bis auf die Grundmauern aus, am 1. Juni 1955 wurde sie neu eingeweiht.

Für Kinder

Du stehst vor einer sehr großen Kirche aus roten Backsteinen. Sie ist die größte mittelalterliche Kirche in der ganzen Niederlausitz. Ihr Turm ist 55 Meter hoch, und man kann hinaufsteigen. Mehrmals brannte die Kirche ab oder wurde beschädigt: 1468, 1600 und am Ende des Zweiten Weltkriegs. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie wieder aufgebaut. Am 1. Juni 1955 wurde sie neu eingeweiht. Ihr Turm steht nicht mittig, sondern ein Stück nach Norden verschoben. Schau noch einmal genau hin: Siehst du es?

Quellen

Koordinaten: 51.7611, 14.3366 · auf der Karte

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