Stadtohr

Stadtrundgang Coburg · Station 1 von 16

Veste Coburg

1225 · burg, festung, luther, wettiner

Ausführlich

Willkommen in Coburg. Wir beginnen oben, auf dem Festungsberg, und gehen von hier hinunter in die Stadt. Sie stehen vor der Veste Coburg, die auch Fränkische Krone genannt wird. Schauen Sie die Mauern entlang: Die Anlage misst etwa 135 mal 260 Meter und ist sehr gut erhalten. Sie liegt rund 160 Meter über dem Stadtzentrum. Zuerst die Geschichte, die man hier immer erzählt. Die Veste wurde nie kämpfend erobert. Eingenommen wurde sie trotzdem, ein einziges Mal. Im März 1635, mitten im Dreißigjährigen Krieg, übernahm General von Lamboy sie nach fünfmonatiger Belagerung. Den Ausschlag gab ein gefälschter Brief, in dem Herzog Johann Ernst angeblich die Übergabe befahl. Am 30. Mai 1635 wurde die Veste an den Herzog zurückgegeben. Danach verstärkte man die Befestigungen erheblich. Nun zum Alter. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Veste 1225, als Besitz der Herzöge von Meranien. Aus dieser Zeit stammen auch die ältesten erhaltenen Teile. Archäologische Untersuchungen führen die Ursprünge zurück bis ins 10. Jahrhundert, doch aus dieser Zeit ist weder ein Bau noch ein Schriftstück erhalten. 1074 gründete Erzbischof Anno von Köln auf diesem Berg das Kloster Sankt Peter und Paul. Dann wechselte der Besitz oft, von den Grafen von Henneberg zu den Markgrafen von Brandenburg und wieder zurück. 1353 erbte Friedrich der Strenge aus dem Haus Wettin die Herrschaft. Bis zum Ende der Monarchie 1918 blieb die Veste in wettinischem Besitz. Das ist auch die Geschichte der Stadt unter Ihnen: Coburg wird 1056 erstmals urkundlich erwähnt, und 1331 verlieh Kaiser Ludwig der Bayer das Stadtrecht. 1530 wohnte Martin Luther ein halbes Jahr hier oben, weil er wegen der über ihn verhängten Acht nicht am Reichstag zu Augsburg teilnehmen konnte. Ab 1531 wurde die Veste zur Landesfestung ausgebaut, auf der gefährdeten Ostseite entstand die Hohe Bastei für Kanonen. Und was Sie sehen, ist jünger, als es wirkt. Von 1909 bis 1923 wurde die Burg nach Plänen des Architekten Bodo Ebhardt saniert und umgestaltet. Anlass war ein Geldgeschenk von rund 20.000 Mark zur Wiederherstellung der Lutherkapelle, zur Hochzeit von Herzog Carl Eduard. Ebhardt ließ unter anderem Fürstenbau, Lutherkapelle und Bulgarenturm neu errichten. Der Bulgarenturm heißt so nach Zar Ferdinand von Bulgarien, der den Umbau maßgeblich mitfinanzierte. Am Ende kostete alles rund 6,9 Millionen Mark. Geweiht wurde die Festung am 6. September 1924 mit einem Heimatfest mit 50.000 Teilnehmern. Am Hang unter Ihnen beginnt der Hofgarten. Dort geht es weiter.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Veste Coburg, die auch Fränkische Krone genannt wird. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie 1225, aus dieser Zeit stammen die ältesten erhaltenen Teile. Die Burg wurde zur Festung ausgebaut und nie kämpfend erobert. Sie liegt rund 160 Meter über dem Stadtzentrum.

Für Kinder

Du stehst vor einer riesigen Burg, der Veste Coburg. Sie liegt etwa hundertsechzig Meter über dem Stadtzentrum und heißt auch Fränkische Krone. Im Kampf wurde sie nie erobert. Einmal wurde sie trotzdem eingenommen, im Dreißigjährigen Krieg: mit einem gefälschten Brief, in dem stand, der Herzog befehle die Übergabe. Kannst du dir vorstellen, wie man eine Burg mit einem Stück Papier erobert? Auch Martin Luther wohnte hier, ein halbes Jahr lang. Er konnte nicht zum Reichstag nach Augsburg reisen, weil über ihn die Acht verhängt war.

Quellen

Koordinaten: 50.2639, 10.9814 · auf der Karte

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