Stadtohr

Stadtrundgang Coburg · Station 6 von 16

Schloss Ehrenburg

1543–1547 · residenzschloss, neugotik, schinkel, herzöge

Ausführlich

Sie stehen vor Schloss Ehrenburg, dem Residenzschloss der Herzöge von Sachsen-Coburg und Gotha, am östlichen Rand der Altstadt. Das Schloss hat drei Gesichter, und alle drei kann man lesen. Das erste ist die Renaissance. 1543 beschloss Herzog Johann Ernst, seine Hofhaltung von der Veste hinunter in die Stadt zu verlegen. Er wählte das Grundstück des Franziskanerklosters, das 1525 im Zuge der Reformation aufgelöst worden war. Bis etwa 1547 entstand eine Anlage um zwei viereckige Höfe, unter der Bauleitung von Caspar Vischer. Beim Bau wurden nur bezahlte Handwerker verpflichtet, nicht, wie damals üblich, Fronarbeiter. Das soll der Grund für den Besuch Kaiser Karls V. 1547 gewesen sein, der dem Schloss bei dieser Gelegenheit den Namen Ehrenburg verliehen haben soll. Erhalten sind die Bauten des ersten Hofes mit Treppenturm, Eckerker und Zwerchhäusern. Das zweite Gesicht ist der Barock. Ab 1680 ließ Herzog Albrecht III. östlich der Stadtmauer den Hofgarten anlegen. 1690 zerstörte ein Großbrand den nördlichen Teil der Anlage im zweiten Hof. Albrecht nahm das zum Anlass, die Bauten nach Norden zu öffnen und als Ehrenhof mit viergeschossigen Pavillons abzuschließen. Die Dreiflügelanlage wurde dabei quasi umgedreht. Im Westflügel entstanden die Schlosskirche und der Große Saal. Das dritte Gesicht ist die Neugotik. Unter Herzog Ernst I. erhielten die Fassaden 1810 und 1811 nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel ihr heutiges Aussehen im Stil der englischen Neugotik. Die Wohn- und Festräume im Ostflügel gestaltete der Franzose André-Marie Renié-Grétry dagegen klassizistisch. Die Arkaden des Altans von 1623 wurden verschlossen und aufgestockt, so entstand der Silbersaal, ein Speise- und Festsaal. Und drinnen: Der Riesensaal ist zwölf Meter breit und 22,5 Meter lang. Seine Holzkonstruktion überspannt den Raum ohne Stützen, getragen von 28 Atlantenfiguren. Am Deckenrand hängen 56 Wappen ehemaliger Herrschaftsbereiche des Hauses Wettin. Die Schlosskirche wurde am 4. Februar 1735 geweiht. Eine reich geschnitzte Hornstube von 1631 und 1632 baute man 1809 aus und übertrug sie auf die Veste. 1919 ging das Schloss durch einen Abfindungsvertrag mit Herzog Carl Eduard in Staatsbesitz über. Seit 1941 wird es von der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen betreut.

Kurzfassung

Sie stehen vor Schloss Ehrenburg, dem Residenzschloss der Herzöge von Sachsen-Coburg und Gotha. Es entstand zwischen 1543 und 1547 an der Stelle eines Franziskanerklosters. Nach einem Brand 1690 wurde es barock umgebaut. Seine neugotische Fassade geht auf Karl Friedrich Schinkel zurück.

Für Kinder

Das ist ein Schloss, in dem Herzöge gewohnt haben. Es heißt Ehrenburg. Der Herzog zog 1543 von der hohen Burg hinunter in die Stadt. Beim Bau arbeiteten nur bezahlte Handwerker. Das war damals nicht üblich. Deshalb soll der Kaiser zu Besuch gekommen sein und dem Schloss den Namen Ehrenburg gegeben haben. Drinnen gibt es den Riesensaal. Sein Holzdach hat keine Stützen in der Mitte und wird von 28 Figuren getragen. Am Rand der Decke hängen 56 Wappen. Wie viele Figuren tragen das Dach?

Quellen

Koordinaten: 50.258, 10.9672 · auf der Karte

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