Sie stehen vor dem Coburger Rathaus am Marktplatz, einem viergeschossigen Haus mit Mansardwalmdach und einer offenen Laterne mit Kuppel, einem Wahrzeichen der Stadt. Es besteht aus zwei Häusern. Das alte Rathaus stand am Kirchhof neben der Morizkirche. Das neue wird 1414 erstmals im Stadtbuch erwähnt. Es entstand im Süden des Marktes als Rat- und Kaufhaus, in dem auch Handwerker und Gewerbetreibende ihre Werkstätten hatten. Der westliche Keller stammt noch aus dieser Zeit. Schon 1331 hatte Kaiser Ludwig der Bayer Coburg das Stadtrecht und das Recht der eigenen Gerichtsbarkeit verliehen. Von 1577 bis 1580 baute der Steinmetz und Baumeister Hans Schlachter daneben einen neuen Ostflügel bis zur Ketschengasse, mit einem Coburger Erker, an dem ein Bildnis von Hans Schlachter sitzt. 1750 bis 1752 fasste man beide Gebäude unter einem dreigeschossigen Mansardwalmdach zusammen und gab ihnen eine Rokokofassade mit farbigem Putz. In der Mitte teilt ein Dreiecksgiebel mit Mauritiusfigur die Fassade in dreimal vier Achsen. Der letzte große Umbau folgte 1901 bis 1904 unter dem Stadtbaumeister Max Böhme: ein breiter Balkon, ein neu gestaltetes Erdgeschoss mit Neubarockelementen. Schauen Sie auf den Giebel. Seit 1752 steht dort der heilige Mauritius, der Schutzpatron der Stadt, vor sich den Wappenschild mit dem Meißener Löwen, in der Rechten den erhobenen Marschallstab. Die Figur hat eine Geschichte. In einer Sturmnacht, am 9. März 1939, stürzte sie vom Giebel und wurde schwer beschädigt. Aus ideologischen und rassistischen Gründen ließ die Stadtverwaltung sie nicht mehr aufstellen und brachte sie in den städtischen Bauhof. 1949 wurde sie dort wiederentdeckt, restauriert und erneut aufgestellt. Im Volksmund heißt sie Bratwurstmännle: Die Stablänge von 31 Zentimetern gilt als Normalmaß der Coburger Bratwurst. Das Rathaus steht auch für eine andere Zeit der Stadtgeschichte. 1929 erhielt die NSDAP bei den Stadtratswahlen zum ersten Mal in einer deutschen Stadt die absolute Mehrheit der Sitze. Am 18. Januar 1931 wehte am Coburger Rathaus erstmals in Deutschland an einem öffentlichen Gebäude die Hakenkreuzfahne. 1932 verlieh Coburg als erste deutsche Stadt Adolf Hitler die Ehrenbürgerwürde. Heute tagt der Stadtrat meist am dritten Donnerstag eines Monats im Rathaussaal, 27 Meter lang und 13 Meter breit, einem der größten profanen Festräume der Renaissance in Thüringen und Franken.
Sie stehen vor dem Coburger Rathaus am Marktplatz. Das neue Rathaus wurde 1414 erstmals im Stadtbuch erwähnt. Seine heutige Rokokofassade stammt von 1750 bis 1752. Auf dem Giebel steht der heilige Mauritius, im Volksmund Bratwurstmännle genannt.
Das ist das Rathaus von Coburg. Oben auf dem Giebel steht eine Figur: der heilige Mauritius, der Schutzpatron der Stadt. In der Hand hält er einen Stab. Der Stab ist 31 Zentimeter lang. Das ist, so sagt man in Coburg, genau die Länge einer Coburger Bratwurst. Darum nennen die Leute die Figur Bratwurstmännle. Einmal stürzte sie bei einem Sturm vom Dach und kam in einen Lagerhof. Erst 1949 fand man sie wieder, und sie kam zurück auf das Dach. Kannst du ihn dort oben entdecken?
Koordinaten: 50.257841557, 10.964429456 · auf der Karte