Stadtohr

Stadtrundgang Coburg · Station 8 von 16

Morizkirche (Coburg)

um 1250 · stadtkirche, reformation, gotik, grablege

Ausführlich

Sie stehen vor der Morizkirche, der evangelisch-lutherischen Stadtkirche St. Moriz und der ältesten Kirche Coburgs. Der Name bezieht sich auf den heiligen Mauritius. 1323 wird das Patrozinium in einem Ablassbrief des Papstes Johannes XXII. erstmals genannt, und 1430 erscheint Mauritius im Stadtwappen. Schauen Sie zuerst die beiden Türme an. Der Nordturm ist 72 Meter hoch. Der Südturm, der Rabenturm, misst nur 42 Meter und blieb unvollendet. 1560 deckte man ihn mit Schiefer. Nun die Fundamente. 1189 wird erstmals eine Kirche erwähnt, um 1250 ersetzte sie ein romanischer Neubau, von dem noch Fundamentreste vorhanden sind. Der älteste Teil der heutigen Kirche ist der gotische Langchor im Osten, errichtet um 1380 bis 1400. Er diente den Benediktinern des Klosters Sankt Peter und Paul bis zur Auflösung des Konvents 1525 als Mönchschor. Um 1420 begann mit dem Südturm die Erneuerung des Westbaus. 1520 folgte der Neubau des Langhauses als spätgotische dreischiffige Halle. Aus finanziellen Gründen zog man eine Flachdecke aus Holz ein, getragen von acht hohen Säulen, statt eines Netzgewölbes. Gehen Sie an der Nordseite entlang, die der Altstadt zugewandt ist. Am Ansatz der Strebepfeiler sitzen Büsten, Halbfiguren und Fabelwesen, die die sieben Todsünden versinnbildlichen. Dann die Reformation. 1520 kam Balthasar Düring nach Coburg und wurde der führende Reformator der Stadt. 1524 wurde der erste Gottesdienst nach der neuen evangelischen Ordnung gehalten. 1530 predigte Martin Luther, der ein halbes Jahr auf der Veste wohnte, in der Osterwoche siebenmal in dieser noch unfertigen Kirche. Die Kanzel, von der er sprach, gibt es nicht mehr. Zwischen 1740 und 1742 gestaltete der Ansbacher Baumeister David Steingruber den Innenraum zum Emporensaal mit barockem Predigerraum um. Viele Teile der gotischen Kirche verschwanden dabei, auch das Maßwerk der Fenster wurde herausgebrochen. Ende des 16. Jahrhunderts widmete Herzog Johann Casimir den Chor zur herzoglichen Grablege um. Bis 1860 war die Kirche Grablege des herzoglichen Hauses, in der Gruft steht der Sarkophag von Herzog Albrecht. Zum Schluss: Die Kirche ist 62 Meter lang, bis zu 33 Meter breit und gehört der Stadt Coburg. Von April 2014 bis April 2016 wurden der Innenraum und das Epitaph für rund 1,4 Millionen Euro renoviert. Der Altar aus hellem Ahornholz stammt von 2016.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Morizkirche, der ältesten Kirche Coburgs. Sie ist die evangelisch-lutherische Stadtkirche und geht auf eine romanische Basilika aus dem 13. Jahrhundert zurück. Der Nordturm ist 72 Meter hoch. Martin Luther predigte 1530 in der Osterwoche siebenmal in der noch unfertigen Kirche.

Für Kinder

Du stehst vor der ältesten Kirche von Coburg. Sie ist nach dem heiligen Mauritius benannt, der auch im Stadtwappen ist. Die Kirche hat zwei Türme, und sie sind verschieden. Der hohe ist 72 Meter hoch. Der niedrige ist nur 42 Meter hoch, denn er wurde nie fertig. Er heißt Rabenturm. Im Jahr 1530 hat Martin Luther hier gepredigt, in einer einzigen Woche siebenmal, und die Kirche war noch nicht einmal fertig gebaut. Welcher der beiden Türme gefällt dir besser?

Quellen

Koordinaten: 50.2572, 10.9661 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.