Sie stehen am Gebäude der ehemaligen Karlsburg-Brauerei. Und die Geschichte dieses Hauses führt direkt zurück zu dem, was wir an der Carlsburg gehört haben. Auf dem Gelände der ehemaligen Festungsstadt wurde 1849 das Auswandererhaus errichtet, ein großes, dreiflügeliges Gebäude. Am 15. März 1891 kauften der Braumeister Oswald Kroker und die Brüder Albert und Georg Sprickhoff, Maurermeister aus Bremerhaven, das 1849/50 erbaute Haus. Im Juli desselben Jahres gründeten die drei die Actien-Brauerei Karlsburg, mit 500.000 Mark Grundkapital, aufgeteilt in 500 Aktien zu je 1000 Mark. Der Name erinnert an die Festungsstadt. Am 17. März 1892 nahm die Firma den Betrieb auf, am 16. Juni 1892 lieferte sie das erste Bier aus. Bis zur Gründung der Victoria-Brauerei in Wulsdorf 1901 war sie die einzige Großbrauerei in Bremerhaven. Zu den Kunden gehörte der Norddeutsche Lloyd. 1899/1900 wurde im ehemaligen Innenhof zwischen den Seitenflügeln ein zweigeschossiger Anbau im Stil der Neorenaissance errichtet. Zur Straße hin zierte die Fassade eine Skulptur Karls des Großen, dem Gambrinus einen Trinkbecher reicht. Im Ersten Weltkrieg brachen die Aufträge der Handelsmarine ein, 1922 übernahm die Haake-Beck Brauerei aus Bremen den Betrieb. Es gibt auch eine dunkle Seite. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde ein Anbau der Brauerei als Gefängnis genutzt. Dort fanden Verhöre und Misshandlungen statt, Mitglieder der Bremerhavener KPD und Angehörige der Sinti wurden interniert. Bei einem schweren Bombenangriff am 18. September 1944 brannte der Südflügel aus, die Produktion musste fast ganz eingestellt werden. Nach Kriegsende beschlagnahmte die US-amerikanische Besatzungsverwaltung die Brauerei. Sie durfte die in Bremerhaven stationierten Soldaten versorgen. 1957 wurde der zerstörte Südflügel in Betonbauweise neu errichtet. Doch in den 1970er Jahren stagnierte der Umsatz. Von den drei Standorten der Haake-Beck Brauerei hatte Bremerhaven die höchsten Produktionskosten. Am 31. März 1974 wurde das letzte Bier gebraut, am 30. Juni die Produktion stillgelegt. 1979 verkaufte man das Gebäude an das Land Bremen. Die neueren Teile und die vorgebauten Fassadenverkleidungen wurden abgerissen, die historisch wertvollen Teile des Auswandererhauses blieben erhalten. Sie sind heute in die Hochschule Bremerhaven integriert, als Haus K.
Sie stehen am ehemaligen Auswandererhaus, in dem ab 1891 die Karlsburg-Brauerei saß. Sie bestand bis 1974 und war bis 1901 die einzige Großbrauerei Bremerhavens. Das letzte Bier wurde hier am 31. März 1974 gebraut. Heute gehören die erhaltenen Teile zur Hochschule Bremerhaven.
In diesem Haus wurde früher Bier gebraut. Gebaut wurde es aber für etwas ganz anderes: als Auswandererhaus, 1849. 1891 kauften es drei Männer und gründeten eine Brauerei. Ihren Namen bekam sie von der Festungsstadt Carlsburg, die wir eben kennengelernt haben. Das letzte Bier wurde hier am 31. März 1974 gebraut. Heute lernen in dem Gebäude Menschen an der Hochschule. Wofür würdest du ein altes Haus nutzen?
Koordinaten: 53.5402, 8.58296 · auf der Karte