Stadtohr

Stadtrundgang Bremen · Station 9 von 16

St.-Johannis-Schule

1819 · schule, katholisch, landherrnamt

Ausführlich

Sie stehen bei der St.-Johannis-Schule im Schnoorviertel, rund um die Kirche St. Johann. Das ist eine katholische Privatschule, und ihre Gründung erfolgte 1819 als katholische Volksschule. Den Betrieb nahm sie am 2. November 1819 auf, als eine der ersten katholischen Einrichtungen seit der Reformation. Halten Sie den Gedanken kurz fest. Bremen war seit der Reformation protestantisch geprägt, das Kloster an der vorigen Station war 1528 oder 1529 geschlossen worden. Fast dreihundert Jahre später gab es hier wieder katholische Schulbildung. Vier Jahre nach dem Schulbeginn wurde die nahe gelegene Kirche St. Johann eingeweiht. Zwischen 1938 und 1950 war die Schule geschlossen. Diese zwölf Jahre stehen in einer Quelle ohne Erläuterung, und ich füge keine hinzu. 1954 wurde der spätere CDU-Politiker Anton Meurer Schulleiter. 1969 wurde die Sekundarstufe ausgegliedert und führte seitdem wie eine Gesamtschule zu unterschiedlichen Abschlüssen nach der neunten oder zehnten Klasse. Durch die Umstrukturierung zur leistungsdifferenzierten Integrierten Haupt- und Realschule wurde dieser Bereich 1969 zur ersten Gesamtschule in Bremen. Eine katholische Privatschule als erste Gesamtschule des Landes. Das ist eine Reihenfolge, die man nicht erwartet. 1971 kam eine Außenstelle der Grundschule in Huchting dazu, 1986 eine in Osterholz. Im Februar 2006 wurde die gymnasiale Oberstufe eröffnet, untergebracht im alten Postgebäude, das renoviert wurde und auch die neuen Musik- und naturwissenschaftlichen Räume aufnahm. Der erste Jahrgang schrieb im Frühjahr 2008 Abitur. Jetzt zu den Gebäuden, denn die sind der Grund, warum diese Station auf dem Rundgang steht. Die Grundschule ist in einem ehemaligen Reedereigebäude an der Straße Tiefer nahe dem Weserufer untergebracht. Am Hauptstandort ist sie zweizügig, sechzehn Klassen mit durchschnittlich 26,4 Schülern, zwanzig Lehrkräfte, davon achtzehn Frauen. Die Sekundarstufe I, die Klassen fünf bis zehn, sitzt im Gebäude des ehemaligen Landherrnamtes an der Dechanatstraße. Das ist dasselbe Gebäude, vor dem das Mahnmal für die Opfer der Novemberpogrome steht, und der Schulhof des Alten Gymnasiums, auf dem 1938 mehr als 160 Männer zusammengetrieben wurden, lag in derselben Straße. Das Gebäude des Landherrnamtes wurde bis 1857 nach Plänen des Architekten Alexander Schröder im Stil der Romantik erbaut und steht unter Bremer Denkmalschutz. Noch eine Bremer Besonderheit: Der Religionsunterricht ist hier ordentliches Lehrfach, anders als an anderen Schulen im Land Bremen, wo die sogenannte Bremer Klausel gilt. Die Schule organisiert jährlich eine Burkina-Faso-Woche, betreibt einen von drei Eine-Welt-Läden in Bremen und hat Partnerschulen in Périgueux in Frankreich und in York in Pennsylvania. Wir gehen jetzt hinunter zur Weser.

Kurzfassung

Sie stehen bei der St.-Johannis-Schule im Schnoorviertel. Sie wurde 1819 als katholische Volksschule gegründet und nahm am 2. November 1819 den Betrieb auf, als eine der ersten katholischen Einrichtungen seit der Reformation. Die Gebäude liegen rund um die Kirche St. Johann.

Für Kinder

Hier ist die St.-Johannis-Schule. Sie ist katholisch und wurde 1819 gegründet, das ist über zweihundert Jahre her. Am 2. November 1819 kamen die ersten Kinder. Die Schule hat etwas Besonderes: Sie steht nicht in einem einzigen Haus. Die kleinen Kinder lernen in einem Haus am Fluss, in dem früher eine Firma war, die Schiffe geschickt hat. Die größeren lernen in einem alten Haus in einer anderen Straße. 1969 passierte etwas Neues: Alle Kinder lernten zusammen weiter, egal welchen Abschluss sie später machen wollten.

Quellen

Koordinaten: 53.073202, 8.807241 · auf der Karte

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