Stadtohr

Stadtrundgang Bremen · Station 8 von 16

Franziskanerkloster Bremen

1225 · kloster, franziskaner, mittelalter

Ausführlich

Sie stehen am Ort des ehemaligen St.-Johannis-Klosters der Franziskaner. Die Klostergebäude sind nicht erhalten, und deshalb ist diese Station eine Übung im Lesen von Straßennamen. Klosterkirchenstraße. Klosterortstraße. Daran hängt die Erinnerung. Erhalten ist die Kirche: die dreischiffige gotische St. Johann aus dem 14. Jahrhundert, im Stil einer Bettelordenskirche gebaut und im 15. Jahrhundert zur Hallenkirche vergrößert. Die südseitig liegenden Klostergebäude und Höfe gibt es nicht mehr. Die Zeitrechnung geht so. Die Franziskaner ließen sich wahrscheinlich 1225 in Bremen nieder. Mit dem Bau des Klosters wurde um 1258 begonnen. Zwanzig bis dreißig Franziskaner lebten hier vom 14. bis zum 16. Jahrhundert, und sie waren Bettelmönche. Das Wort ist wichtig. Ein Bettelorden besaß grundsätzlich nichts und lebte von Gaben, mitten in der Stadt, nicht abgelegen auf dem Land. Man nannte sie auch Barfüßer. Sie gehörten zur Sächsischen Franziskanerprovinz, und um 1300 war das Bremer Haus Hauptkloster der Kustodie Bremen, einer Unterorganisation dieser Provinz. Dazu zwei Angaben: Eine Quelle nennt für das Ende zwei Jahre. In der Einleitung heißt es, das Kloster habe von 1258 bis 1528 bestanden, weiter unten, es sei 1529 nach der Reformation geschlossen worden. Ich glätte das nicht, sondern sage Ihnen, dass es zwei Angaben gibt. Wichtiger ist, was danach kam, und das ist eine Nutzungskette, die man sich merken kann. Ab 1531 dienten die Gebäude als städtisches Krankenhaus. Als 1691 in der Neustadt ein neues Krankenhaus eingerichtet wurde, nutzte man das ehemalige Kloster für die Unterbringung von geistig Schwachen. Die Quelle nennt den damaligen Begriff Irrenhaus. Die Kirche war unter anderem Krankenhauskirche und bis 1801 Kirche der reformierten, der sogenannten französischen Kirchgemeinden. 1834 erfolgte der Abriss der inzwischen maroden Klostergebäude, und auf dem Gelände entstanden Wohnbauten. 1965 wurde hier nach Plänen von Bernhard Wessel für die Propstei St. Johannis an der Hohe Straße 2 bis 3 und Franziskanerstraße 7 eine Reihe zweigeschossiger Wohnhäuser mit sichtbarem Rotstein gebaut. Diese Gebäude stehen seit 1973 unter Denkmalschutz. Also: Kloster, Krankenhaus, Anstalt, Wohnhäuser, Denkmalschutz, alles auf demselben Grundstück. Gleich nebenan, rund um die Kirche St. Johann, liegt die nächste Station.

Kurzfassung

Sie stehen am Ort des ehemaligen St.-Johannis-Klosters der Franziskaner. Erhalten ist es nicht. Die Franziskaner ließen sich wahrscheinlich 1225 in Bremen nieder, mit dem Bau wurde um 1258 begonnen. Erhalten ist die Kirche St. Johann. Die Klostergebäude wurden 1834 abgerissen.

Für Kinder

Hier stand früher ein Kloster, ein Haus, in dem Mönche zusammen leben und beten. Diese Mönche hießen Franziskaner und kamen wahrscheinlich 1225 nach Bremen. Das Besondere an ihnen: Sie wollten nichts besitzen und lebten von dem, was ihnen die Leute gaben. Deshalb nannte man sie Bettelmönche, manche auch Barfüßer. Die Klosterhäuser wurden 1834 abgerissen. Aber die Kirche steht noch, sie heißt St. Johann. Und die Straßen hier heißen Klosterkirchenstraße und Klosterortstraße. Lies die Straßenschilder. Welches verrät dir etwas über früher?

Quellen

Koordinaten: 53.0737, 8.80817 · auf der Karte

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