Sie stehen in der Sögestraße bei den Nummern 18 und 20. Hier stand die Sonnenapotheke, ein Renaissancegebäude des späten 16. Jahrhunderts. Diese Station handelt von einem Bauteil, das sein Haus überlebt hat, und sie gibt diesem Rundgang seinen Namen. Im letzten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts wurde hier ein Giebelhaus errichtet, 9,40 Meter breit. Wahrscheinlich war es ein Werk Lüder von Bentheims. Es besaß zwei Hauptstockwerke und drei Dachgeschosse. Im Jahre 1770 fand der Umbau zur Sonnenapotheke statt. Dabei wurden die unteren beiden Geschosse im Stil des Rokoko zu einer Etage zusammengefasst, eine Maßnahme, die man an solchen Häusern oft findet: unten modern, oben alt. Von 1818 bis 1854 gehörte das Haus dem bekannten Apotheker und Naturforscher Georg Christian Kindt, ab 1859 der Familie Willich. 1902 baute der Architekt Friedrich Rodiek die Obergeschosse für Wohnnutzung um und glich das Erd- und Ladengeschoss dem Renaissancestil an. Bis 1944 betrieb die Familie Willich die Apotheke. Dann zerstörten Bomben das Haus, und damit war die Zeit der Sonnenapotheke in der Sögestraße beendet. 1949 folgte der endgültige Abriss. Und jetzt kommt der Teil, auf den es ankommt. Die Baudenkmalpflege konnte den Giebel mit zahlreichen Details vermessen und für eine spätere Verwendung bergen und verwahren. Von der ursprünglichen Sonnenapotheke blieb also nur der Giebel. 1951 beantragte Christina Willich, die Witwe des letzten Apothekers, ein Büro- und Geschäftshaus an dieser Stelle. Von einem Wiederaufbau der Apotheke war nicht mehr die Rede. Der Neubau entstand ab 1953 nach Entwurf des Architekten Herbert Anker. Der Giebel aber bekam im Sommer 1971 einen neuen Platz: als schmuckhafte Fassadenergänzung auf dem Dach des damaligen Bankhauses Martens und Weyhausen in der Langenstraße 15 bis 21, aufgesetzt unter Leitung des Architekten Erik Schott. Der ehemalige Leiter der Baudenkmalpflege, Rudolf Stein, erklärte damals, der Giebel zeige Ähnlichkeiten mit den Giebeln der benachbarten Stadtwaage und des neuen Kornhauses, alle etwa zur gleichen Zeit entstanden und vermutlich von Lüder von Bentheim geschaffen. Und die Reise ist nicht zu Ende. 2020 entschloss sich der Unternehmer Christian Jacobs, in der Langenstraße 15 bis 21 das neue Essighaus zu errichten. Eine Auflage des Bremer Landeskonservators Georg Skalecki sieht vor, den Giebel wieder in den Neubau zu integrieren, an der Fassade zum Jacobshof. Der Bau sollte 2025 abgeschlossen sein. Eine Quelle ist an dieser Stelle als veraltet markiert, ich sage Ihnen deshalb nur, was geplant war, nicht, was heute dort steht. Gleich am Markt wartet eine Station, bei der es wieder um Wasser geht.
Sie stehen in der Sögestraße bei den Hausnummern 18 und 20. Hier stand die Sonnenapotheke, ein Renaissancegebäude des späten 16. Jahrhunderts. 1770 wurde das Haus zur Apotheke umgebaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde es zerstört, 1949 abgerissen. Gerettet wurde nur der Giebel.
Hier stand die Sonnenapotheke. Das Haus war über vierhundert Jahre alt und hatte oben einen besonderen Giebel. Ein Giebel ist das dreieckige Stück Wand ganz oben unter dem Dach. Im Zweiten Weltkrieg zerstörten Bomben das Haus, 1949 wurde der Rest abgerissen. Aber vorher haben Fachleute den Giebel ausgemessen und die Steine aufbewahrt. 1971 wurde er auf das Dach eines anderen Hauses in einer anderen Straße gesetzt. Der Giebel ist also umgezogen, ganz ohne sein Haus. Welches Stück von deinem Zimmer würdest du retten?
Koordinaten: 53.076466025, 8.805194522 · auf der Karte