Stadtohr

Stadtrundgang Braunschweig · Station 2 von 16

Museum für Photographie

1984 · fotografie, museum, torhäuser, nachlässe

Ausführlich

Sie stehen vor dem Museum für Photographie, Helmstedter Straße 1. Beginnen wir mit den Häusern, denn sie sind älter als jedes Foto darin. Das Museum sitzt in zwei ehemaligen Zollhäuschen, den Torhäusern am Steintor. Das Haupthaus ist das Torhaus 1, das zweite steht gegenüber, unter der Nummer 171. Schauen Sie die beiden an: Sie sind spiegelbildlich aufeinander bezogen und baugleich. Es sind eingeschossige Putzbauten. Strenge Symmetrie, klassizistisch einfache Formen, wohlausgewogene Proportionen, so beschreibt eine Quelle den Eindruck. Früher waren es Wach- und Zollhäuser, sie markieren den Okerübergang an der Fernstraße nach Magdeburg. Die Anlage gehört zum Wallring, der ab 1800 auf dem Gelände der aufgelassenen Bastionärsbefestigung entstand. Planung und Leitung lagen bei Peter Joseph Krahe, dem Leiter des Bauwesens im Herzogtum Braunschweig. Das Museum selbst ist jung. Es wurde 1984 von Braunschweiger Fotografinnen und Fotografen gegründet, die ein Forum des Austauschs über fotografische Bilder wollten. Die Leitung übernahmen zunächst Ute Karen Seggelke und Hartmut Rosen. Getragen wird es von einem gemeinnützigen Verein. Eine Quelle nennt an einer Stelle etwa 175 Mitglieder, an anderer Stelle über 100. Ich gebe beide Angaben weiter. Das Herzstück der Sammlung sind Nachlässe. Hans Steffens, der von 1915 bis 1994 lebte, fotografierte nach dem Zweiten Weltkrieg über zwanzig Jahre lang als Pressefotograf für die Braunschweiger Zeitung. Er sortierte seine Bilder selbst, etwa in historische Stadtbilder von Bauwerken, Denkmäler, Luftbilder, Arbeitswelt und städtisches Leben. Käthe Buchler, von 1876 bis 1930, hinterließ dagegen eine Vielfalt an Motiven und Verfahren: Autochromplatten, Silbergelatinetrockenplatten und viele Glasplattendiapositive für Lichtbildervorträge. Der Nachlass von Nikolaus Geyer kam 2014 ins Museum und wurde 2016 in der Ausstellung „Weder Freund noch Feind“ erstmals gezeigt. Dazu kommen Aufnahmen aus der Frühzeit der Fotografie, etwa von Hill & Adamson, Felix Nadar und Julia Margaret Cameron, in Verfahren wie Daguerreotypie, Salzpapier, Albuminpapier und Woodburytypie. Die Sammlung ist im Stadtarchiv untergebracht und wird im Wechsel mit anderen Ausstellungen hier in den Torhäusern gezeigt. Seit November 2016 leitet die Kunsthistorikerin Barbara Hofmann-Johnson das Haus.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Museum für Photographie, Helmstedter Straße 1. Es wurde 1984 von Braunschweiger Fotografinnen und Fotografen gegründet. Das Haus sitzt in zwei ehemaligen Zollhäuschen, den Torhäusern am Steintor. Wenige Meter stadteinwärts liegt das Herzog Anton Ulrich-Museum.

Für Kinder

Du siehst hier zwei kleine Häuser, die gleich aussehen wie in einem Spiegel. Früher haben darin Wächter und Zöllner gearbeitet, denn hier führte die Straße nach Magdeburg über die Oker. Heute hängen in den Häusern Fotos. Das Museum wurde 1984 von Fotografen aus Braunschweig gegründet. Zur Sammlung gehören die Fotos von Käthe Buchler. Viele ihrer Bilder liegen auf Glasplatten, als Dias für Lichtbildervorträge. Was würdest du fotografieren, wenn du nur ein einziges Bild machen dürftest?

Quellen

Koordinaten: 52.263001, 10.5353906 · auf der Karte

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