Stadtohr

Stadtrundgang Bonn · Station 1 von 16

Bonner Münster

11. Jahrhundert · münster, romanik, römerzeit, reliquien

Ausführlich

Willkommen in Bonn. Wir beginnen hier am Münster, denn an diesem Ort lässt sich ablesen, wie alt die Stadt ist. 1989 feierte Bonn seinen zweitausendsten Geburtstag. Gemeint war ein erstes befestigtes römisches Lager am Rhein, 12 vor Christus. Das Münster steht auf Boden, der damals schon eine Rolle spielte. Man fand hier Altäre für römische Götter, und seit dem 2. Jahrhundert bestand eine kleine Nekropole. Zu ihr gehörte eine Cella memoriae, ein Fachwerkbau mit steinernen Bänken und zwei Tischen. Dort gedachte man der Toten bei einer kultischen Mahlzeit. Um die Mitte des 6. Jahrhunderts entstand an derselben Stelle ein Saal, knapp vierzehn Meter lang. In ihm wurde bestattet. Die Toten waren Merowinger, die sich zum christlichen Glauben rechneten, und ein Kreuz aus bunten Marmorplättchen markierte das älteste Grab. Später stand hier die Stiftskirche des Cassius-Stifts. Um 1050 wurde sie abgerissen, und an ihre Stelle trat der romanische Bau, eine der ersten Kirchengroßanlagen im Rheinland. Schauen Sie am Südostturm nach oben. Über Kopfhöhe steckt in der Westwand ein römischer Ziegel mit dem Stempel einer Legion, daneben der Abdruck einer Hundepfote. Ab 1140 ließ Propst Gerhard von Are den Ostchor verlängern. Die Apsis hat außen sieben eng stehende Fenster mit einer Zwerggalerie darüber. 1153 war dieser Bauteil eingeweiht. Von Gerhard stammt auch der Kreuzgang, der als der am vollständigsten erhaltene romanische Kreuzgang nördlich der Alpen gilt, obwohl seine Nordseite verloren ist. Das Langhaus wurde später neu aufgebaut. Kunsthistoriker datieren es zwischen 1220 und 1240, eine Klosterchronik berichtet von einem Brand im Jahr 1239. Es zeigt Rundbögen und Spitzbögen nebeneinander, den rheinischen Übergangsstil. 1587 raubten Martin Schenk von Nideggen und seine Söldner nahezu den gesamten Kirchenschatz. Auch die historischen Schreine der Märtyrer wurden geraubt und vermutlich eingeschmolzen. Der Schrein in der Krypta stammt von 1971. Eine Falltür aus Bronze verschließt die Gruft. Sie ist nur während der Oktav des Stadtpatronenfestes am 10. Oktober zugänglich. Von 2017 bis 2023 wurde das Münster generalsaniert. Die Kanoniker des Cassius-Stifts, zu dem dieses Münster gehörte, hatten in der Stadt eigene Wohnungen. Zu einer von ihnen gehörte eine Kapelle. Dorthin gehen wir als Nächstes.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Bonner Münster, der katholischen Hauptkirche der Stadt und einem ihrer Wahrzeichen. Es wurde im 11. Jahrhundert als romanische Stiftskirche St. Cassius und Florentius erbaut. Seit 1956 trägt es den Titel Basilica minor. Von 2017 bis 2023 wurde es generalsaniert.

Für Kinder

Du stehst vor dem Bonner Münster. Es ist die wichtigste katholische Kirche der Stadt. Gebaut wurde sie im 11. Jahrhundert, aber der Platz ist noch viel älter. Schon die Römer hatten hier Altäre für ihre Götter und einen kleinen Friedhof. Such am Südostturm, hoch über deinem Kopf, einen Ziegel in der Mauer. Er ist römisch und trägt den Stempel einer Legion. Daneben siehst du den Abdruck einer Hundepfote. Wie, glaubst du, ist der dorthin gekommen? Bonn ist über 2000 Jahre alt, und hier beginnt unser Rundgang.

Quellen

Koordinaten: 50.733408, 7.099789 · auf der Karte

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