Stadtohr

Stadtrundgang Berlin · Station 1 von 16

Brandenburger Tor

1791 · stadttor, klassizismus, wahrzeichen, teilung

Ausführlich

Willkommen in Berlin. Wir beginnen am Brandenburger Tor, dem bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Sie stehen am Pariser Platz, am Ende des Boulevards Unter den Linden. Das Tor ist ein frühklassizistisches Triumphtor. Es entstand von 1789 bis 1793 auf Anweisung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II. Den Entwurf lieferte Carl Gotthard Langhans, die Quadriga auf dem Dach geht auf Johann Gottfried Schadow zurück. Von zuletzt 18 Berliner Stadttoren ist es das einzige, das erhalten blieb. Bleiben wir bei den Toren. Das erste entstand um 1670 mit der Dorotheenstadt: ein Durchbruch durch den Wall, mit einer Zugbrücke über den Graben. An der Stelle des heutigen Tores stand ab 1734 ein Vorgänger von Philipp Gerlach, ein Stadttor an der Straße nach Brandenburg an der Havel, mit zwei barocken Pylonen. Neben ihm lagen einfache Durchgänge für Fußgänger. 1788 begann der Abbruch dieses alten Tores. Für das neue gab es ein Vorbild: die Propyläen, das Eingangstor zur Akropolis in Athen. Langhans erhielt diese Vorgabe, wohl direkt vom König. Er war selbst nicht in Griechenland, ihm dienten Beschreibungen und Zeichnungen. Der König wollte außerdem freie Durchsicht zum Tiergarten. Deshalb machte Langhans das Tor weniger tief und die Säulen schmaler und höher als beim Vorbild. Schauen Sie auf die Säulen: zwei Reihen mit je sechs dorischen Säulen. Dazwischen stehen gemauerte Wände, denn die schlanken Säulen allein hätten die Quadriga nicht getragen. So entstehen fünf Durchfahrten, die mittlere ist breiter. Über den Säulen liegt kein massives Gebälk, sondern ein Hohlraum von etwa 250 Quadratmetern, die sogenannte Soldatenkammer. Mit dem Bau wollte sich Friedrich Wilhelm II. in Szene setzen. Er verglich sich mit Perikles und stellte sich als Herrscher dar, der Preußen ein goldenes Zeitalter bringen würde. 1787 hatte er die Republik der Vereinigten Niederlande durch den Einmarsch preußischer Truppen befriedet. Ursprünglich sollte das Tor deshalb Friedenstor heißen. Dass oben eine Siegesgöttin steht, passte nach der Herrschaftsvorstellung des 18. Jahrhunderts dazu. Das Tor war nach innen gerichtet: Nicht dem Ankommenden, sondern dem Bewohner der Stadt sollte es die Macht des Herrschers zeigen, wie eine Theaterkulisse. Später machten andere Ereignisse es zum Nationalsymbol. Bis zum Zweiten Weltkrieg verband man es vor allem mit dem Ende der napoleonischen Herrschaft 1813 bis 1815. Danach stand es im Ostsektor unmittelbar an der Grenze zwischen Ost- und West-Berlin, an der heikelsten Stelle zwischen Warschauer Pakt und NATO. Seit 1990 gilt es als Symbol für die Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas. Im Zweiten Weltkrieg beschädigt, wurde es bis 1958 wiederhergestellt; bis 2002 folgte eine knapp zweijährige Sanierung.

Kurzfassung

Sie stehen am Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor. Es wurde von 1789 bis 1793 für König Friedrich Wilhelm II. nach Entwürfen von Carl Gotthard Langhans gebaut. Es ist das einzige erhaltene von zuletzt 18 Berliner Stadttoren und das bekannteste Wahrzeichen der Stadt.

Für Kinder

Du stehst vor dem Brandenburger Tor. Es ist das berühmteste Tor von Berlin. Früher hatte die Stadt 18 Stadttore, dieses ist das einzige, das übrig geblieben ist. Ein König ließ es bauen, von 1789 bis 1793. Oben auf dem Dach steht die Quadriga. Das Tor sollte zuerst Friedenstor heißen. Später stand es genau an der Grenze zwischen Ost- und West-Berlin. Siehst du die Säulen? Zähl die Säulen in einer Reihe. Es sind sechs, und das Tor hat zwei Reihen.

Quellen

Koordinaten: 52.516272222, 13.377722222 · auf der Karte

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