Stadtohr

Stadtrundgang Berlin · Station 6 von 16

Altes Museum

1822 · museum, klassizismus, schinkel, lustgarten

Ausführlich

Sie stehen vor dem Alten Museum am Lustgarten. Zur Jahreszahl gibt es zwei Angaben: Wikidata nennt 1822, das Jahr, in dem Schinkel die Pläne vorlegte. Als Baubeginn werden 1823 und 1825 genannt, eröffnet wurde das Haus 1830. Der Gedanke dahinter ist älter. Im frühen 19. Jahrhundert wurde das Bürgertum selbstbewusster. Die Kunstwerke in den Schlössern sollten nicht mehr nur nach Anmeldung, sondern in eigens dafür gebauten Häusern allen Bürgern zugänglich sein. König Friedrich Wilhelm III. teilte dieses Bildungsideal. 1815 kehrten die von Napoleon geraubten preußischen Kunstgegenstände nach Berlin zurück und wurden im Gebäude der Akademie der bildenden Künste gezeigt. Der große Erfolg bewog den König, die Präsentation zu verstetigen. Schinkel sollte eigentlich die Akademie umbauen. Er entwarf ohne Auftrag einen Neubau am Lustgarten und überzeugte damit den König. Die Einrichtungskommission unter Wilhelm von Humboldt entschied, nur hohe Kunst auszustellen. Ethnografisches, Vorgeschichtliches und im Nahen Osten ausgegrabene Kunstschätze kamen vorerst größtenteils ins Schloss Monbijou. Schinkel bettete das Museum in ein Ensemble um den Lustgarten ein. Das Stadtschloss im Süden sollte die weltliche Macht zeigen, das Zeughaus im Westen das Militär, der Dom im Osten die göttliche Macht, und das Museum im Norden die Bildung des Volkes. Der Baugrund war schwierig, denn hier verlief ein Kanal zwischen Kupfergraben und Spree. Für das Fundament trieb man rund 3000 Kiefernholzpfähle in den Boden. Das Gebäude ist 87 Meter lang und 55 Meter breit. Die Vorhalle hat 18 kannelierte ionische Säulen. Die Rotunde folgt dem Vorbild des Pantheons in Rom. Schinkel wollte einen fließenden Übergang von außen nach innen: Freitreppe, Säulenhalle, Treppenhaus, Vorhalle, Rotunde. Bis 1845 hieß das Haus Museum oder Königliches Museum. Es war das erste Gebäude in Berlin, das als Museum errichtet wurde. Zur Zeit des Nationalsozialismus bildeten Haus und Lustgarten die Kulisse für Propagandaveranstaltungen. Sprengbomben trafen es 1941 und 1943, und am 8. Mai 1945 brannte es durch die Explosion eines am Haus abgestellten Munitionswagens aus. Von 1951 bis 1966 wurde es als erstes Museum der Museumsinsel wiederhergestellt, außen im Großen und Ganzen originalgetreu. Die Rotunde erhielt 1982 ihre farbige Ausmalung nach Schinkels Entwürfen zurück. Für die 2030er Jahre ist eine grundlegende Sanierung angekündigt, unter anderem weil sich der Bau langsam absenkt.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Alten Museum am Lustgarten. Karl Friedrich Schinkel entwarf es für König Friedrich Wilhelm III., eröffnet wurde es 1830. Es zählt zu den Hauptwerken des deutschen Klassizismus und war das erste Gebäude in Berlin, das als Museum errichtet wurde.

Für Kinder

Du stehst vor dem Alten Museum. Es hat eine lange Vorhalle mit achtzehn hohen Säulen. Oben auf der Halle sitzen achtzehn Adler aus Stein. Kannst du sie sehen? Das Haus wurde für den König gebaut, aber es sollte allen Bürgern zeigen, was früher nur in Schlössern hing. Es war das erste Gebäude in Berlin, das extra als Museum errichtet wurde. Am Ende des Zweiten Weltkriegs brannte es aus. Der Wiederaufbau dauerte von 1951 bis 1966.

Quellen

Koordinaten: 52.519444444, 13.398888888 · auf der Karte

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